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Rechtspopulismus

AfD-Chefin Petry denkt an Rückzug

Eigentlich will Frauke Petry Spitzenkandidatin ihrer Rechts-Partei bei der Bundestagswahl im September werden. Aber sie spürt kräftigen Gegenwind. Wirft die 41-Jährige hin?

AfD-Chefin Petry auf dem Landesparteitag im sächsischen Weinböhla (picture-alliance/dpa/O. Killig)

AfD-Chefin Petry auf dem Landesparteitag im sächsischen Weinböhla

Sechs Monate vor der Bundestagswahl denkt AfD-Chefin Frauke Petry offenbar über einen Rückzug aus der Partei und auch der Politik insgesamt nach. "Weder die Politik noch die AfD sind für mich alternativlos", sagte Petry der in Berlin erscheinenden Zeitung "Tagesspiegel".

Heftige Angriffe von ganz rechts

Es sei sinnvoll, das eigene Leben von Zeit zu Zeit zu überdenken und neu zu justieren, so Petry weiter. "So halte ich das auch jetzt, nach mehr als vier Jahren in der AfD, die einen enormen Kraftaufwand bedeutet haben und den Abschied von einem geregelten Leben", sagte die 41-Jährige, die im Frühsommer ihr fünftes Kind erwartet. Petry ist in ihrer rechtskonservativen Partei teilweise heftiger Kritik ausgesetzt. Auf einem Landesparteitag in Sachsen brach sie deswegen vor wenigen Tagen in Tränen aus (Artikelbild).

Mit Blick auf diese Anfeindungen aus dem rechtsnationalen Flügel sagte die AfD-Chefin dem "Tagesspiegel", man dürfe diese nicht persönlich nehmen, "sonst hält man es nicht lange aus". Allerdings müsse jeder Politiker zugeben, dass ihn die Auseinandersetzungen auch persönlich berührten. "Alles andere wäre gelogen." Auf Nachfragen anderer Medien wollte Petry ihre Aussagen nicht näher erläutern.

Petry hatte in den vergangenen Wochen mehrfach betont, sie wolle mit einer geschlossenen Partei in den Bundestagswahlkampf ziehen. Anzeichen von Amtsmüdigkeit ließ die AfD-Chefin, die auch Vorsitzende der sächsischen Landtagsfraktion ist, nicht erkennen. Der nächste Bundesparteitag der AfD findet Ende April statt. Dann soll auch die Frage entschieden werden, ob die AfD mit einem Spitzenteam oder einem einzigen Spitzenkandidaten in die Bundestagswahl zieht.

wl/se (dpa, afp)