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Advent

Alle Jahre wieder wird er vor Weihnachten gefeiert, und das seit Jahrhunderten. Eine Zeit der Besinnlichkeit, aber auch der Hektik. Und am 24. Dezember ist alles vorbei – bis zum nächsten Jahr.

"Advent, Advent, ein Lichtlein brennt, erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, dann steht das Christkind vor der Tür". In der Vorweihnachtszeit, dem Advent, zählen vor allem die Kinder die Tage bis Heiligabend, wenn ihnen das Christkind endlich die Geschenke bringt.

Erwartete Ankunft Jesu

Doch hinter dem Wort verbirgt sich weit mehr als die vierwöchige Zeitspanne vor Weihnachten. Das Wort selbst ist schnell erklärt. Es ist dem lateinischen "adventus" entlehnt und bedeutet "Ankunft".

Die Christen übernahmen es, um die erwartete Ankunft von Jesus Christus zu feiern. Die Adventszeit umfasst vier Sonntage, wobei der erste Sonntag immer zwischen dem 27. November und dem 3. Dezember liegt.

Päpstliche Willkür

Diese Festlegung auf vier Sonntage ist ziemlich willkürlich im 7. Jahrhundert von Papst Gregor dem Großen vorgenommen worden. Symbolisch sollten sie für die 4000 Jahre stehen, die die Menschen nach der kirchlichen Geschichtsschreibung auf den Erlöser warten mussten.

Fest im Kirchenjahr verankert ist die vierwöchige Adventszeit allerdings erst seit 1570, als Papst Pius V. eine entsprechende Regelung erließ. Damals gab es auch noch das so genannte Adventsfasten.

Hungern bis Weihnachten

Ende des 5. Jahrhunderts wurde es nach dem Vorbild der österlichen Fastenzeit eingeführt. 40 Tage vor der Geburt Jesu durfte erst nach Sonnenuntergang gegessen werden.

Die Menschen verzichteten auf öffentliche Vergnügungen und es wurden keine Hochzeiten gefeiert.

Allerdings gab es öffentliche Schauspiele, die Adventsspiele. Laiendarsteller spielten biblische Szenen nach. Vergleichbar sind sie mit den Weihnachts- oder Krippenspielen, die sich bis heute gehalten haben. Nach und nach wurde das Adventsfasten aufgeweicht. Seit 1917 wird es von der katholischen Kirche offiziell nicht mehr verlangt.

Nikolaus

Die Adventszeit ist auch verbunden mit vielen Bräuchen. Dabei vermischen sich christliche und altgermanische Vorstellungen. So ist Ruprecht, der Knecht und Begleiter des Heiligen Nikolaus, eine germanische Sagengestalt.

Um Nikolaus von Myra, einen griechischen Bischof des 3. und 4. Jahrhunderts, und seine Wohltaten ranken sich sehr viele Legenden. Ein Schutzpatron der Kinder wurde er, da er einer Legende nach drei Schüler wieder zum Leben erweckt haben soll, die von einem Wirt ermordet worden waren.

Lärm und Krach

Der Nikolaus taucht in vielerlei Gestalt auf. Manchmal kommt er als bärtiger alter Mann aus dem Wald, mal als Schimmelreiter über die Deiche. Oder er ist "Herr Wude", in einem Kindervers aus Thüringen.

"Herr Wude" aber ist Wotan. Der germanische Gott der Winde, der lärmend durch die Luft daherkommt. Die wahrscheinlich älteste Adventstradition hat in dieser Vorstellung ihren Ursprung: Nächtliche Umzüge, bei denen Vermummte mit Klappern und Trommeln Krach machen, um die Dämonen der Finsternis zu vertreiben.

Adventskranz

Ein weiterer Brauch ist der Adventskranz. Traditionell aus Tannenzweigen geflochten, ist er bestückt mit vier Kerzen. Diese werden nacheinander an jedem Adventssonntag angezündet.

Wenn die vierte Kerze angezündet ist, ist nicht nur bald Weihnachten, sondern auch die Zeit der langen dunklen Nächte vorbei. Denn in die Adventszeit fällt der Tag der Wintersonnenwende. Ab dem 22. Dezember werden die Tage wieder länger.

Adventskalender

Verbunden ist die Adventszeit auch mit dem Backen von Weihnachtsplätzchen und – mit dem Adventskalender. Traditionell verstecken sich hinter Türchen, die mit den Nummern 1 bis 24 versehen sind, kleine Schokoladenfiguren. In manchen Familien werden aber auch andere Gegenstände wie aufgereihte Babysöckchen oder zusammengebundene Taschentücher mit Süßem gefüllt. Egal, welche Kalenderform man wählt – die Vorfreude auf Weihnachten steigt genauso wie das Körpergewicht.

Fragen zum Text

Advent wird vor … gefeiert.

1. Ostern.

2. Weihnachten.

3. Karneval.

Nikolaus war …

1. eine germanische Sagengestalt.

2. ein griechischer Bischof.

3. ein römischer Gott.

Die Wintersonnenwende bedeutet, dass …

1. es morgens früher hell wird.

2. es abends früher dunkel wird.

3. die Tage kürzer werden.

Arbeitsauftrag

Basteln Sie jeder einen Adventskalender. Schreiben Sie insgesamt 24 Wünsche – auf Deutsch natürlich – auf ein Stück Papier und bestücken Sie Ihren Adventskalender damit. Tauschen Sie die Adventskalender in der Gruppe aus und beginnen am 1. Dezember damit, sie zu öffnen.

Autorin: Beatrice Warken

Redaktion: Raphaela Häuser

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