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Fußball

Adieu, les Bleus!

Herzschlagfinale in Gruppe A: Uruguay und Mexiko ziehen ins Achtelfinale ein, während Gastgeber Südafrika nur aufgrund einer schlechteren Tordifferenz scheitert. Frankreich verabschiedet sich mit einer erneuten Blamage.

Khumalo köpft ein zur Führung (Foto: AP)

Schock für Frankreich: Khumalo trifft per Kopf zum 1:0

Mobbing, Intrigen, Streit – das, was vor dem entscheidenden Spiel bei der französischen Équipe geschah, hat man so bei einer WM noch nicht gesehen. Nach der Trainer-Beleidigung von Anelka, dem verweigerten Training der Mannschaft und einem nun auch offensichtlich völlig zerrütteten Verhältnis zwischen Team und Trainer setzten die Franzosen ihr peinliches Auftreten bei dieser WM auch auf dem Rasen im Stadion von Bloemfontein fort.

Kapitän Patrice Evra (Foto: AP)

Nach dem Zoff nur auf der Bank: Kapitän Evra

Die Kritik an der Équipe tricolore, die sogar von Staatspräsident Nicolas Sarkozy und Sportministerin Roselyn Bachelot kam, zeigte offenbar keinerlei positive Wirkung, denn schon in der 20. Minute schlug der Ball zum ersten Mal im französischen Tor ein: Der französische Torhüter Lloris faustete nach einer Ecke am Ball vorbei, Khumalo übersprang Diaby und köpfte ein zur Führung.

Équipe tricolore ein Schatten ihrerselbst

Aber es sollte noch schlimmer kommen für Frankreich: Sechs Minuten später sprang Gourcuff im gegnerischen Strafraum zum Kopfball hoch, traf dabei Sibaya mit dem Ellenbogen im Gesicht und sah vom Unparteiischen dafür Rot – die nächste fragwürdige, weil überharte Schiedsrichter-Entscheidung dieser WM. Bezeichnend war, dass im Spiel Uruguay gegen Mexiko ein vergleichbarer Zweikampf zwischen Guardado und Diego Perez nicht einmal mit Gelb geahndet wurde.

Franck Ribery (Foto: AP)

Auch Franck Ribery blieb blass

Kurz vor der Pause dann der nächste Tiefschlag für den noch amtierenden Vize-Weltmeister Frankreich: Bei einer Flanke von Tshabalala sah Diaby erneut unglücklich aus, Masilela legte quer auf Mphela, der aus kürzester Distanz einschob.

Domenech weint niemand eine Träne nach

In der zweiten Hälfte gab es dann wieder etwas Hoffnung für Frankreich, als Ribery in der 70. Minute auf den freistehenden Malouda querlegte, der problemlos zum Anschlusstreffer einschob. Aber auch dieses kleine Erfolgserlebnis half den Franzosen nicht aus ihrer Lethargie, die schon an Lustlosigkeit grenzte. Doch es blieb bei der 1:2 (0:2)-Niederlage. Auf den neuen Nationaltrainer Laurent Blanc kommt viel Aufräumarbeit vor, während Raymond Domenech nach dem zweiten Vorrunden-Aus in Folge bei einem Turnier wohl niemand in Frankreich eine Träne nachweinen wird.

Raymond Domenech allein auf dem Rasen (Foto: AP)

Der einsamste Trainer der WM: Schon vor dem Spiel schien es, als nehme Domenech Abschied

Gastgeber Südafrika begeisterte phasenweise mit tollem Fußball, war sogar auf dem Weg zum 3:0, scheiterte aber letztlich an der schlechten Leistung im zweiten Gruppenspiel gegen Mexiko (0:3). Daraufhin erklärte Südafrikas brasilianischer Trainer Carlos Alberto Parreira seinen Rücktritt.

Uruguay holt sich den Gruppensieg

Im lateinamerikanischen Duell zwischen Uruguay und Mexiko erwischte Uruguay den besseren Start: Suarez schlenzte den Ball aus spitzem Winkel nur knapp am Pfosten vorbei. Dann war Mexiko der Führung näher mit einem satten Lattentreffer von Guardado aus der zweiten Reihe. Das erste Tor fiel aber dann doch auf der anderen Seite: Suarez nickte in der 43. Minute aus kurzer Distanz zum 1:0 ein – mit freundlicher Unterstützung von Mexikos abwesender Abwehr.

Luis Suarez jubelt (Foto: AP)

Schoss das Tor zum Gruppensieg: Luis Suarez

In der zweiten Halbzeit ließ Mexiko beste Chancen auf den Ausgleich aus und schien sich auf seinen knappen Vorsprung im Torverhältnis auf Südafrika zu verlassen. Insgesamt zeigte Uruguays Elf die bessere Spielanlage und setzte sich mit dem 1:0 (1:0)-Erfolg verdient in Gruppe A als Sieger durch.

Endergebnis WM-Gruppe A:

1. Uruguay 7 Punkte, 4:0 Tore

2. Mexiko 4 Punkte, 3:2 Tore

3. Südafrika 4 Punkte 3:5 Tore

4. Frankreich 1 Punkt 1:4 Tore

Autor: Joscha Weber

Redaktion: Wolfgang van Kann

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