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Aktuell Asien

"Adieu" Afghanistan

An Weihnachten sollten alle französischen Kampfeinheiten vom Hindukusch zurück sein, hatte Präsident Hollande verkündet. Er hatte den Abzug noch einmal beschleunigt. Jetzt wurde der Militäreinsatz offiziell beendet.

Frankreichs Legionäre rücken ab Richtung Hauptstadt Kabul, um von dort in die Heimat zurückzufliegen. Und sie werden nicht wieder zurückkommen. Die Grande Nation hat am Dienstag ihren Kampfeinsatz in Afghanistan offiziell beendet.

Die letzten 400 Soldaten der Kampftruppen zogen am Morgen aus der Provinz Kapisa ab. Der sozialistische Präsident François Hollande hatte den ursprünglich ein Jahr später geplanten Termin auf Ende 2012 vorgezogen. Bereits im Juli hatten die französischen Streitkräfte die Sicherheitsverantwortung an ihre afghanischen Kollegen übergeben. Die nordöstlich von Kabul gelegene Provinz gilt als äußerst unruhig.

Zwei Drittel der ab Januar 2013 verbleibenden 1500 Soldaten sollen bis zum Sommer den Abzug Frankreichs abwickeln. Danach bleiben noch rund 500 französische Einsatzkräfte für eine nicht näher genannte Zeit zur Ausbildung afghanischer Einheiten in Kabul stationiert. Ex-Präsident Nicolas Sarkozy hatte im Januar den Abzug der französischen Truppen auf Ende 2013 vorverlegt. Sein Nachfolger Hollande zog den Termin dann noch einmal vor.

Französische Legionäre sichten vor dem Einpacken noch einmal ihre Ausrüstung (foto: REUTERS)

Französische Legionäre sichten vor dem Einpacken noch einmal ihre Ausrüstung

Bundeswehr baut noch in Kundus

Deutschland tätigt ein Jahr vor dem geplanten Abzug aus dem nordafghanischen Kundus noch einmal Millionen-Investitionen. In dem Feldlager der Bundeswehr wird für mehr als 14 Millionen Euro noch einmal kräftig gebaut, bestätigte das Verteidigungsministerium. Der größte Posten ist demnach mit 5,9 Millionen der Anbau eines OP-Traktes an das Rettungszentrum im Camp. Im vergangenen Februar waren nach damaligen Angaben des Ministeriums noch Gesamtinvestitionen in Höhe von 19 Millionen Euro geplant gewesen, von denen nun noch rund 14,1 Millionen Euro verbleiben.

Das finanzielle Engagement sorgte selbst in Koalitionsparteien für Kritik. "Bei unseren knappen Ressourcen hätte ich mir schon gewünscht, dass man noch stoppt, was zu stoppen ist", sagte CDU-Verteidigungspolitiker Ernst-Reinhard Beck der Zeitung "Die Welt". Seine Kollegin von der FDP, Elke Hoff, sagte dem Blatt, Verteidigungsminister Thomas de Maizière solle "bitte prüfen, ob es wirklich nötig ist, jetzt noch so viel Geld zu investieren".

SC/uh (afp, dpa)