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Wirtschaft

Adidas will schneller wachsen als die Branche

Schneller, fokussierter, offener: Mit einer neuen Strategie will Europas größter Sportartikelhersteller Adidas auf die Siegerstraße zurückfinden. Unter anderem setzt der Konzern künftig auf Tempo.

Der weltweit zweitgrößte Sportartikelhersteller Adidas will in Zukunft neue Produkte schneller auf den Markt bringen, will die Trends in großen Metropolen besser bedienen und seine Kunden stärker einbinden. Dadurch soll das Wachstum beschleunigt und der Gewinn deutlich gesteigert werden, wie der Konzern am Donnerstag in Herzogenaurach ankündigte.

Produktion von Adidas Sportbekleidung in China, Foto: dpa

Produktneuheiten sollen schneller auf den Markt kommen

Bis 2020 soll der währungsbereinigte Konzernumsatz jedes Jahr im Schnitt "im hohen einstelligen Bereich" wachsen, wie Konzernchef Herbert Hainer bei der Präsentation der neuen mittelfristigen Strategie ankündigte. Insgesamt soll er bis 2020 - basierend auf den derzeitigen Wechselkursen - auf über 22 Milliarden Euro klettern, so Hainer.

Der Konzerngewinn soll bis dahin um etwa 15 Prozent jährlich zulegen. Für 2015 waren bislang ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Bereich und ein Plus beim Gewinn von sieben bis zehn Prozent angekündigt.

Hauptsache neu

Die neue Strategie von Adidas sehe vor, Produkte innerhalb einer Saison zu entwickeln und dabei die Kunden stärker mitreden zu lassen, hieß es in der Mitteilung weiter. "Nur was neu ist, ist für den Konsumenten relevant", sagte Vorstandschef Herbert Hainer, der mit den Zielen bis 2020 auch die Zeit nach Ablauf seines Vertrages im Frühjahr 2017 prägen will. "Die Möglichkeit, schnell zu agieren, wird für uns ein entscheidender Wettbewerbsvorteil."

Die Marken Adidas, Reebok und TaylorMade, auf die sich künftig die Investitionen konzentrieren werden, sollen schneller wachsen als die gesamte Sportartikelbranche und ihre Marktanteile erhöhen. Auf die Suche nach neuen Trends will der Konzern vor allem in sechs großen Städten weltweit gehen: Los Angeles, New York, London, Paris, Shanghai und Tokio.

Hier will Adidas überproportional Geld in Marketing und Mitarbeiter stecken. "Globale Marken werden in globalen Städten erschaffen", sagte Vertriebschef Roland Auschel. Wer also in den Metropolen bei trendbewussten und zahlungskräftigen Käufern Erfolg hat, so das Kalkül der Franken, der wird ihn auch im Rest der Welt haben. "Wir müssen uns auf Amerika fokussieren", sagte Eric Liedtke, der im Vorstand für die Positionierung der Marken verantwortlich ist. In dem wichtigen Markt ist Nike den Franken meilenweit voraus.

Wie Hainer weiter ankündigte, will Adidas künftig mehr Geld auf eigenen Verkaufsflächen einspielen: mehr als 60 Prozent des Gesamtumsatzes statt wie bisher 50 Prozent. Außerdem will er mehr Produkte übers Internet verkaufen. Machte das E-Commerce-Geschäft zuletzt 422 Millionen Euro aus, soll es bis 2020 auf mehr als zwei Milliarden Euro steigen.

2014 lief nicht so wie gewünscht

Herbert Hainer CEO von Adidas, Archivbild von 2013. Foto: picture alliance

Herbert Hainer

Der erfolgsverwöhnte Langzeit-Chef Herbert Hainer hatte bei der Vorlage der Bilanz Anfang März einräumen müssen, dass 2014 "ein Jahr mit Höhen und Tiefen" war. Der Umsatz stieg nur um 2,3 Prozent auf 14,5 Milliarden Euro.

Nicht so gut liefen das Fußball- und das Golfgeschäft sowie die Entwicklung auf dem US-Mark. Daneben machten dem Konzern auch Währungsschwankungen und die Zurückhaltung der Verbraucher in Russland zu schaffen. Zudem wirkten sich höhere Beschaffungskosten, verstärkte Lagerräumungen sowie niedrigere Gewinnspannen im Golfgeschäft auf die Marge aus. Am Ende vermeldete Adidas einen Gewinnrückgang um 22 Prozent auf 642 Millionen Euro.

iw/ul (rtrs, dpa)

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