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Kultur

Action in Vollendung: Mission Impossible 5

"The Rogue Nation" heißt der fünfte Teil der erfolgreichen Kinoserie "Mission Impossible", der am Donnerstag in die deutschen Kinos kommt. Und wieder rettet Tom Cruise die Welt.

Diesmal hängt der Held schon nach drei Minuten in der Luft. Verzweifelt klammert sich Ethan Hunt (Tom Cruise), Agent der Spezialeinheit IMF (Impossible Mission Force), an die verschlossene Tür einer gewaltigen Transportmaschine. Am Boden versuchen seine Mitstreiter in aller Eile die Tür per Computer und Fernbedienung zu öffnen.

Bis auf eine Höhe von 1500 Metern steigt das Riesenflugzeug in die Höhe. Der Wind bläst Hunt mächtig ins Gesicht. Im allerletzten Moment gelingt es dem IMF-Team die Tür zu öffnen. Hunt wird mit einem Luftstrom in den Bauch der Maschine hineingesaugt und kann sein Werk vollenden: die hochexplosive Ladung der feindlichen Macht vernichten. Doch das ist erst der Anfang.

Filmstill aus Mission Impossible - The Rogue Nation (Foto: Christian Black/Paramount Pictures/dpa)

Auch in der Heimat USA muß sich Ethan Hunt erst mal aus den Ketten befreien

Seit Wochen schon machte die Szene im Internet die Runde, um Werbung für den fünften Teil der Mission-Impossible-Filmreihe (deutscher Kinostart: 6.8.) zu machen und die Spannung der Fans gehörig anzuheizen. Zur Marketingstrategie gehörte auch das von Produzenten und Verleih clever gestreute Gerücht, Tom Cruise höchstpersönlich habe den gefährlichen Stunt mit nur einem Seil gesichert selbst durchgeführt. Cruise ist bekannt dafür, dass er sich nur selten von Stuntmännern vertreten lässt. Ein Supermann im neuen Superfilm - so die Botschaft aus Hollywood.

Amerikanisches Popcorn-Kino

Und die Macher von "Mission Impossible - The Rogue Nation" (Regie: Christopher McQuarrie) machen keinen Hehl daraus, um was es hier geht: "Das gigantischste Popcorn-Event des Jahres mit augenzwinkerndem Humor, atemberaubenden Stunts und Cruise'scher Coolness" erwarte die Zuschauer in den Kinos auf der ganzen Welt. Die Werbetrommel wird seit Monaten kräftig gerührt. Das wirkt es ja fast schon sympathisch, wenn die Produzenten von MI5, wie der Film bei den Fans liebevoll genannt wird, selbst das Wort "Popcorn-Kino" in den Mund nehmen.

Tom Cruise bei der Premiere von Mission Impossible - The Rogue Nation in New York (Foto: Imago/Zuma Press)

Premierenjubel in New York, wo MI5 schon drei Tage vor dem offiziellen US-Kinostart gezeigt wurde

Denn genau das ist es. Für exakt 131 Minuten kann sich der Zuschauer in den Kinosessel vergraben, Popcorn in sich hineinschaufeln und sich unterhalten lassen. Ob das nun gute Unterhaltung ist oder nicht, darüber lässt sich streiten. Langweilig ist der Film nicht. Und mit Schauwerten aller Art geizt er auch nicht. Wer James-Bond-Filme mag, der wird auch MI5 mögen. Wer bei Actionszenen zu Lande und zu Wasser, in der Luft und zu hunderten Meter unter der Erde in die Knie geht, der kommt auf seine Kosten. Tom Cruise-Fans sowieso.

Anleihen bei James Bond

Die Szene in der Luft, in der Cruise sich an die Tür der Transportmaschine klammert, eröffnet den Actionregen. Nicht nur diese rasante Sequenz noch vor der Einblendung des Film-Titels erinnert stark an den klassischen Prolog der Bond-Filme. Überhaupt: Gäbe es nicht schon vier Vorgängerfilme der Mission-Impossible-Reihe und wüsste man nicht, dass schon der allererste MI-Streifen im Jahre 1996 keine originäre Kinoerfindung war, sondern auf einer populären TV-Serie aus den 1980er-Jahren fußte, dann könnte man sagen, ein dreisteres Bond-Plagiat hat man schon lange nicht mehr gesehen.

Filmstill aus Mission Impossible - The Rogue Nation (Foto: Christian Black/Paramount Pictures/dpa)

Action: Ethan Hunt im Einsatz

Aber das dürfte die eingefleischten Fans der Serie nicht stören. Schließlich lebt auch Bond von der ewig gleichen Neuauflage von Story und Actionszenen. So ist im Grunde auch die Handlung von MI5 zweitrangig. Kurz zusammengefasst: Ethan Hunt und sein Team, das eigentlich gar nicht mehr existiert, weil US-Politiker und CIA es aufgelöst haben, kämpfen gegen ein geheimnisvolles Syndikat. Dieses will die Welt mit einer Spur des Terrors überziehen und die Herrschaft über den Globus an sich reißen.

Die Jagd nach dem Syndikat

Nicht nur mit den üblen Typen des Syndikats müssen sich Hunt & Co auseinandersetzen. Auch der britische Geheimdienst und eine geheimnisvolle Agentin, die natürlich bildschön ist und zwischen den Fronten agiert, sowie schwerfällige Politiker hindern das MI-Team am Erfolg. Die Suche nach einem Stick, auf dem gefährliches Material gespeichert ist, dient vordergründig als Handlungsbeschleuniger: Nur wer den Original-Stick besitzt, gewinnt den Kampf.

Tom Cruise bei der Premiere von Mission Impossible - The Rogue Nation in Österreich (Foto: REUTERS/Leonhard Foeger)

Hat guten Grund, sich zu freuen: Tom Cruise umringt von Autogrammjägern

An diversen Schauplätze - in Wien (traditionell und alteuropäisch: die Staatsoper), in der City von London (modern: die Finanzmetropole) und in Marokko (exotisch: Marrakesch und diverse Wüstenmotive) - bewegt sich die Handlung in rascher Schnittfolge. Zwischen Hunt und seiner attraktiven Widersacherin Ilsa Faust (Rebecca Ferguson) tut sich natürlich was, wenn auch - im Vergleich zu James Bond - geradezu jungfräulich harmlos.

Action zu Lande, in der Luft und im Wasser…

Verfolgungsjagden hat der Filme einige zu bieten und es gibt kaum ein Fahrzeug, ob Flugzeug, Motorrad oder Auto (bevorzugt eine in München angesiedelte deutsche Automarke), das nicht zum Einsatz käme. Dazu gesellen sich viele Explosionen, kniffelige Aufgabe, die zu lösen sind, und Mutproben aller Art. Gewürzt wird das Ganze mit einer gehörigen Prise Humor.

Tom Cruise bei der Premiere von Mission Impossible - The Rogue Nation in New York (Foto: Grant Lamos IV/Getty Images)

Tom Cruise spielt nicht nur die Hauptrolle, er hat Mission Impossible 5 auch produziert

So wirkt der Film wie ein gut zusammengesetzter Kino-Baukasten, man könnte auch sagen: ein kommerziell gut durchgeplantes Hollywoodunternehmen für den Welteinsatz. Cruise selbst agiert nicht nur als Schauspieler, er hat den Film auch selbst produziert: MI ist sein Baby. Mit "bescheidenen" 40 Millionen Dollar rechne man am ersten Wochenende in den USA, prohezeiten Hollywood-Analysten vorsichtig. Man kennt das Risiko: auch gut geplante Blockbuster sind schon abgestürzt und haben für Millionenverluste gesorgt.

Klassisches Action-Kino

Da sollen die Erwartungen im Vorfeld nicht zu hoch geschraubt werden. MI5 dürfte das kaum passieren. Denn der Film geht letztendlich kein großes filmisches und thematisches Risiko ein. Das ist sogar sympathisch. In seiner Machart setzt er auf geradezu konservative, traditionelle (Kino-)Zutaten: attraktive Schauplätze, Action, die ohne zu viel digitale Spielereien auskommt, ein Bösewicht, der weder aus Moskau noch aus dem arabischen Sprachraum kommt.

So ist MI5 klassisches Actionkino: vorhersehbar, über weite Strecken spannend und immer turbulent. Ganz so wie James Bond eben. Der zieht übrigens im Herbst nach. Dann kommt der 24. Teil der Serie "Spectre" des Agenten Nr. 1 in die Kinos (26.10.). Bis dahin dürfte MI5 seine Dollars eingefahren haben.

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