Action & Humor: ″Hot Dog″ mit dem Duo Schweiger/Schweighöfer | Filme | DW | 18.01.2018
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Filme

Action & Humor: "Hot Dog" mit dem Duo Schweiger/Schweighöfer

Die beiden zugkräftigen deutschen Stars setzen in ihrem neuen Film auf eine bewährte Mischung. "Hot Dog" lehnt sich an Hollywood-Vorbilder an und könnte eine Erfolgsgeschichte werden - zumindest an den Kino-Kassen.

Über einen Film mit Til Schweiger zu schreiben, ist nicht ganz so einfach. Der Schauspieler zeigt seine Filme in der Regel nicht vor dem offiziellen Kinostart. Schweiger fühlt sich von der deutschen Presse missverstanden. Nach vielen vernichtenden Kritiken seiner früheren Werke beschloss er vor zehn Jahren, dass zunächst die "ganz normalen" Kinozuschauer einen Blick auf seine Filme werfen sollten, bevor die (zu erwartenden negativen) Kritiken diese Zuschauer möglicherweise von einem Kinobesuch abhalten würden.

Til-Schweiger-Filme sind an den Kassen erfolgreich

Schweiger hat vermutlich schon lange keine finanziellen Sorgen mehr. Seine Filme, in denen er als Darsteller mitspielt ebenso wie die, die er inszeniert und produziert, sind in der Regel an den Kinokassen erfolgreich. Sehr erfolgreich sogar. Werke wie "Keinohrhasen", "Zweiohrküken", "Kokowääh" oder "Honig im Kopf" lockten hunderttausende Zuschauer in die Lichtspielhäuser. Zahlen, von denen die meisten anderen deutschen Filmemacher nur träumen können. Nur die Anerkennung der Kritik, die des Feuilletons, bekam Til Schweiger nicht.

Weltpremiere Hot Dog in Berlin Til Schweiger mit Schauspielkollegen und Teammitgliedern (picture-alliance/Geisler-Fotopress/F. Kern)

Gut gelaunt bei der Berliner Hot-Dog-Premiere: Til Schweiger mit Schauspielkollegen und Teammitgliedern

Bei Matthias Schweighöfer liegt der Fall etwas anders. Der 36-jährige Darsteller galt zu Beginn seiner Karriere als einer der begabtesten jungen Schauspieler im Lande. Seine Auftritte vor Fernseh- und Kinokameras gerieten zum Teil furios. Irgendwann genügte Schweighöfer das allerdings nicht mehr - er wollte auch den kommerziellen Erfolg. Seine Filme wurden massentauglicher, flacher, wie viele Experten meinten. Aus kommerzieller Sicht ging das Konzept allerdings auf. Wie bei Til Schweiger reichte es auch bei Schweighöfer, dass allein der Name auf dem Kinoplakat zum Selbstläufer wurde: Einen "Schweighöfer-Film" wollten sich viele Zuschauer allein aus dem Grund ansehen, weil "ihr" Star mitspielte.

Schweiger + Schweighöfer = klingende Kassen

Dann taten sich die beiden zusammen. Die Rechnung war einfach: Ein erfolgreicher Schauspieler plus ein zweiter Publikumsmagnet - das musste doch aufgehen an den Kinokassen, dachten sich beide. Und sie behielten Recht. Ihre gemeinsamen Auftritte in Filmen wie "Zweiohrküken", "Kokowääh 2" oder zuletzt in "Vier gegen die Bank" wollten viele deutsche Kinozuschauer sehen.

Filmstill Hot Dog mit Frau mit Knebel und Entführer mit Maske (Warner Bros. Entertainment)

Action mit bösem Weihnachtsmann: Hot Dog vom Duo Schweiger/Schweighöfer

"Hot Dog" von Regisseur Torsten Künstler, einem alten Kumpel der beiden, ist nun die neueste gemeinsame Zusammenarbeit. Premiere feierte der Film rund eine Woche vor dem Kinostart am Potsdamer Platz. Ein paar Journalisten waren diesmal auch dabei. Und es passierte natürlich, womit zu rechnen war. Bei "Spiegel Online" gab es einen ersten bösen Verriss: "In Torsten Künstlers Film steckt der denkbar geringste Wille zur Inszenierung und die denkbar gravierendste Fehleinschätzung eines Komödienpublikums", hieß es da zum Beispiel. Der Kritiker bemängelte vor allem das Drehbuch: "Tatsächlich ist das Drehbuch wohl das Hauptproblem des Films. Das ist nämlich derart miserabel geschrieben, dass man dafür eigentlich ein eigens Wort erfinden müsste." Es sei der "bisher schlechteste Film" des Duos Schweiger/Schweighöfer.

Die Kritik reagiert verschnupft

Der Rezensent der Tageszeitung "Die Welt" ist gnädiger, allerdings nur vordergründig: "'Hot Dog' ist der Überschweigerfilm. Til Schweiger transzendiert sein Werk, sein ganzes Genre, indem er die eigene Lebensrolle und das Drumherum so überdreht, dass sich Filmkritik von selbst erübrigt."

Ab dem 18.1.2018 können sich nun diejenigen den Film in den deutschen Kinos anschauen, auf die Til Schweiger und Matthias Schweighöfer wert legen: das "ganz normale" Publikum.

Mehr zu "Hot Dog" in der neuen Ausgabe von KINO. Darin auch ein Bericht über den Churchill-Film "Die dunkelste Stunde" sowie ein Blick auf den bayrischen Filmpreis, wo Werner Herzog den Ehrenpreis bekommt. 

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