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Wirtschaft

Ackermann soll Bank of Cyprus retten

Ex-Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann soll die schwer angeschlagene Bank of Cyprus aus der Krise führen. Wütende Proteste von Kleinsparern überschatteten seine Wahl zum Verwaltungsratschef.

Der 66-jährige Schweizer wurde am Donnerstag auf der Hauptversammlung zunächst in den Verwaltungsrat und anschließend zu dessen Vorsitzenden gewählt. Das teilte die Bank am Abend mit.

Die Veranstaltung wurde durch heftige Proteste gestört. Rund 300 Demonstranten versammelten sich vor der Bank, einige warfen laut Augenzeugenberichten auch Steine. Einer Handvoll Demonstranten gelang es, ins Innere des Bankgebäudes im Zentrum der zyprischen Hauptstadt Nikosia vorzudringen. Berichte über Verletzte oder Festnahmen gab es nicht.

Sparer mussten auf Geld verzichten

Besonders wütend reagierten die Demonstranten, als Zyperns Finanzminister Harris Georgiades die Bank betrat. "Wir wollen unser Geld zurück", riefen sie. Viele von ihnen waren Kunden der Bank of Cyprus gewesen, die 2013 nur gerettet wurde, nachdem Großsparer gezwungen worden waren, sich mit 47,5 Prozent ihrer Guthaben über 100.000 Euro zu beteiligen.

Die BOC und andere zyprische Banken waren Anfang 2013 als Folge ihrer Griechenlandgeschäfte in eine Schieflage geraten. Erstmals in der EU-Geschichte waren damals zur Rettung der Banken auch vermögende Sparer herangezogen worden. Dennoch mussten die Europartner und der IWF Zypern mit zehn Milliarden Euro unter die Arme greifen, um den Inselstaat vor der Pleite zu retten.

Zur Begründung für Ackermanns Engagement hatte es aus seinem Umfeld geheißen: "Das ist eine konkrete Fortsetzung dessen, was er bei der Deutschen Bank betrieben hat: sein Engagement für Europa. Europa war ihm immer nah." Der Manager hatte Ende Mai 2012 nach zehn Jahren die Führung der Deutschen Bank abgegeben.

ul/dk (dpa, rtr, afp)