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Wirtschaft

Achterbahn-Fahrt

An der Frankfurter Börse ging es auf und ab: Zunächst verfielen die Kurse rasend schnell, zwischenzeitlich fiel der DAX auf den tiefsten Stand seit über fünf Jahren. Gegen Abend drehten die Börsen aber wieder ins Plus.

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Verkaufen um jeden Preis?

Die Wall Street entpuppte sich als "helfende Hand". Auch sie war zu Handelsbeginn zwar ins Minus gerutscht. Nachdem sich die beiden Kammern des US-Kongresses auf schärfere Bilanzregeln geeinigt hatten, gingen die Kurse an der Wall Street aber wieder nach oben.

Der DAX schloss mit einem Plus von 3,3 Prozent bei 3633 Punkten. Am Neuen Markt legte der Nemax-50-Index 1,6 Prozent zu auf 530 Zähler.

Händler beschrieben die Stimmung auf dem Parkett zwischenzeitlich als eine Mischung aus Furcht vor neuen Bilanzskandalen und Sorgen um Gewinneinbrüche bei den Firmen. In der Folge hätte jede negative Unternehmensmeldung unverhältnismäßig stark auf die Kurse gedrückt. Einige Händler sprachen sogar von Panikverkäufen und einem Käuferstreik.

Gegen Abend gelang dem DAX die Kehrtwende. Es handele sich dabei vor allem um Deckungskäufe, sagte ein Händler. Offenbar hofften die Anleger darauf, dass die Kurse - wie nach dem Preisverfall im vergangenen September - in den kommenden Wochen stark anziehen würden.

Nach der Vorlage von Quartalszahlen gehörten Siemens-Titel zwischenzeitlich zu den größten Verlierern im DAX. Vor allem der Ausblick hatte die Anleger enttäuscht. Das Unternehmen nannte die Marktlage "extrem schlecht". Doch auch hier wendete sich am Abend das Blatt, die Siemens-Aktie schloss mit einem Prozent im Plus. Mit Ausnahme des Bauteile-Herstellers Epcos konnten auch die anderen Technologietitel mit Gewinnen aus dem Handel gehen. Epcos verlor dagegen fünf Prozent.

Die Bankenwerte standen über weite Strecken erheblich unter Druck, gegen Abend verbesserte sich aber auch hier die Lage. Die Papiere der HypoVereinsbank konnten ihre Verluste stark eindämmen. Allerdings drückten einen Tag vor der Veröffentlichung von Geschäftszahlen die Gerüchte um einen operativen Quartalsverlust von 200 Millionen Euro auf den Kurs. Am Ende blieb ein Minus von sechs Prozent, die HypoVereinsbank war damit Schlußlicht im DAX.

Ein Analyst sagte, die Banken müßten "generell ihre Risikovorsorge erhöhen, da in der derzeitigen Konjunktursituation mehr Firmen pleite gehen".

Die Aktien des Finanzdienstleisters MLP hatten zwischenzeitlich stark verloren, konnten aber mit acht Prozent im Plus schließen. Die Mannheimer Staatsanwaltschaft hatte am Vortag die Firmenräume des Finanzdienstleisters wegen des Verdachts auf Bilanzfälschung durchsucht. MLP stellt sich nun auf längere Ermittlungen ein.

Das Bundeskartellamt verdächtigt dreizehn deutsche Industrieversicherer, sich bei der Erhöhung von Versicherungsprämien unerlaubt abgesprochen zu haben. Mitarbeiter des Kartellamts und der Kriminalpolizei haben die Geschäftsräume von 13 Unternehmen der Branche durchsucht, darunter auch die der Allianz. Der Aktie tat dies keinen Abbruch, sie gewann sechs Prozent.

Tagesgewinner war das Papier der Telekom, das sich um 15 Prozent verteuerte.

Auf den Modekonzern Hugo Boss kommt ein Klage zu. Deutsche Anwälte in den USA bereiten eine Sammelklage vor. Das Unternehmen habe Anleger zwischen November 2001 und Mai 2002 über tätsächliche Umsatzzahlen in den USA getäuscht. Boss wollte vorerst keine Stellungnahme abgeben. Der Aktienkurs brach um weitere sieben Prozent ein.

Am Rentenmarkt stieg der REX um 0,31 Prozent auf 113,82 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,9 Prozent auf 109,61 Zähler. Die Umlaufrendite wurde bei 4,56 (Dienstag: 4,64) Prozent festgestellt.


Die Schlusskurse der 30 DAX-Werte (in Euro, ohne Gewähr):

Wertpapier Kurs Veränderung

adidas-Salomon 73,22 (- 0,28)
Allianz 147,00 (+ 7,90)
BASF 37,90 (+ 0,65)
Bayer 24,88 (- 0,45)
HypoVereinsbank 20,50 (- 1,40)
BMW 36,57 (+ 0,88)
Commerzbank 11,35 (+ 0,05)
DaimlerChrysler 43,01 (+ 2,46)
Degussa 32,62 (- 0,23)
Deutsche Bank 56,28 (+ 1,23)
Deutsche Post 10,15 (+ 0,35)
Deutsche Telekom 12,00 (+ 1,52)
E.ON AG 48,95 (+ 0,95)
EPCOS 19,59 (- 1,00)
Fresenius Med. Care 40,86 (- 1,49)
Henkel 61,00 (- 0,30)
Infineon Techno 15,50 (+ 0,52)
Linde 46,46 (- 0,64)
Lufthansa 11,19 (- 0,03)
MAN 20,40 ( unv. )
Metro 24,63 (+ 1,03)
MLP 22,25 (+ 1,65)
Münchener Rück 184,71 (+ 11,31)
TUI AG 21,70 (+ 1,50)
RWE 32,49 (- 0,46)
SAP 74,95 (+ 2,95)
Schering 48,50 (+ 2,10)
Siemens 50,50 (+ 0,40)
ThyssenKrupp 12,90 (+ 0,23)
VW 41,44 (+ 2,24)

Die Referenzkurse der EZB für einige Devisen. Ein Euro kostet:
0,9915 US-Dollar
115,72 jap. Yen
0,6331 brit. Pfund