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Aktuell Europa

Acht Zivilisten im Osten der Ukraine getötet

In zwei Tagen soll in der Ukraine ein Waffenstillstand zwischen Armee und prorussischen Separatisten in Kraft treten. Noch aber wird gekämpft – und zwar heftig.

Bei Gefechten zwischen Aufständischen und der Armee sind in der Ostukraine mindestens acht Zivilisten getötet worden. Außerdem wurden Teile der Energieversorgung zerstört. Reparaturtrupps seien zu den Leitungen ausgerückt, weil Tausende bei eisigen Temperaturen in ungeheizten Wohnungen ausharren müssten, teilte die Stadtverwaltung der Separatistenhochburg Donezk mit.

Bei den Kämpfen zwei Tage vor einer geplanten Waffenruhe seien zehn Zivilisten verletzt worden. Armee und Aufständische gaben sich gegenseitig die Schuld. Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) im Raum Donezk berichteten erneut von mehreren Militärkolonnen mit insgesamt 100 Lastwagen, die sich ohne Kennzeichen von Schachtarsk nach Donezk bewegt hätten. Nach Armeeangaben dauern die Kämpfe um Luhansk und Donezk sowie im Gebiet um Debalzew weiter an.

Kein Hinweis auf Nachlassen der Kämpfe

Der Westen wirft Russland vor, mit Konvois voller Waffen und Kämpfern die moskautreuen Aufständischen zu unterstützen. Die Separatisten betonen jedoch, die Lastwagen von der ukrainischen Armee erbeutet zu haben.

Präsident Petro Poroschenko hatte am Tag der Streitkräfte am Samstag der Armee neue Waffen und Gerät übergeben, darunter Hubschrauber und Panzer. "Die Ukrainer haben gezeigt, wie aus friedlichen Arbeitern Kämpfer für das eigene Volk werden, wenn sie ihr Recht auf Grund und Boden verteidigen müssen", sagte der prowestliche Staatschef dabei.

Die ukrainische Regierung und die prorussischen Separatisten hatten sich am Donnerstag auf eine Waffenruhe geeinigt, die am Dienstag in Kraft treten soll. Bisher gibt es keine Anzeichen für ein Nachlassen der Kämpfe.

Merkel telefoniert mit Hollande

Bundeskanzlerin Angela Merkel erörterte per Telefon mit Frankreichs Staatschef François Hollande die jüngsten Entwicklungen in der Ukraine-Krise. Beide hätten insbesondere über die Perspektiven für einen Fortschritt beraten, die Hollande bei seinem Gespräch mit Russlands Präsident Wladimir Putin am Samstag in Moskau wahrgenommen habe, teilte der Elysée-Palast am Sonntag mit. Paris und Berlin würden zusammenarbeiten, um die Fortschritte zu festigen.

Hollande hatte zwei Stunden lang mit Putin gesprochen. Er war der erste westliche Staatschef, der seit Beginn der Ukraine-Krise in Moskau mit dem Kreml-Chef zusammentraf. Im Anschluss hatte Putin erklärt, er sei zuversichtlich, dass rasch eine dauerhafte Waffenruhe erreicht werden könne.

gmf/haz/kle (afp, dpa)