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Aktuell Amerika

Acht Tonnen Kokain in Kolumbien entdeckt

Es ist ein absoluter Rekordfund, der Marktwert liegt bei umgerechnet 210 Millionen Euro. Polizisten beschlagnahmten den Stoff auf einem Areal, von dem normalerweise nur gesunde Kost kommt.

Kolumbiens Verteidigungsminister Luis Carlos Villegas (M.) lässt sich von Beamten über den Drogefund informieren (Foto: picture-alliance/dpa/Colombian Police)

Kolumbiens Verteidigungsminister Luis Carlos Villegas (M.) lässt sich von Beamten über den Drogefund informieren

Das Rauschgift sei in einem unterirdischen Versteck auf einer Bananenplantage im nordwestlichen Department Antioquia entdeckt worden, teilte das Verteidigungsministerium in der Hauptstadt Bogota mit. Drei Verdächtige seien festgenommen worden. Präsident Juan Manuel Santos gratulierte Soldaten und Polizisten auf Twitter zum größten Drogenfund der Geschichte des südamerikanischen Landes.

Kokain soll früheren Paramilitärs gehört haben

Das Kokain mit einem Marktwert von umgerechnet 210 Millionen Euro soll dem Verbrechersyndikat "Los Urabeños" gehören. Die Gruppe gilt als mächtigste kriminelle Organisation Kolumbiens und rekrutiert sich vor allem aus ehemaligen Kämpfern der rechtsgerichteten Paramilitärs. Sie ist in zahlreiche Morde und Vertreibungen verwickelt. Die Bande soll pro Monat zwischen acht und zehn Tonnen Kokain über Mittelamerika und Mexiko Richtung USA schmuggeln und mindestens 60 Prozent des Drogenhandels in der kolumbianischen Pazifikregion kontrollieren. Zudem ist die Gruppe in illegalen Bergbau und Schutzgelderpressung verwickelt.

"Das ist ein harter Schlag gegen die Finanzen der Urabeños und den Drogenhandel allgemein", sagte Verteidigungsminister Luis Carlos Villegas. Einsätze wie dieser stärkten das Vertrauen in die Behörden. Das beschlagnahmte Kokain soll dem stellvertretenden Chef der "Urabeños", Roberto Vargas alias Gavilán, gehört haben. Die Regierung hat ein Kopfgeld von 500 Millionen Pesos (148.000 Euro) auf ihn ausgesetzt. An dem Einsatz war auch eine Spezialeinheit beteiligt, die gezielt Jagd auf die Anführer der "Urabeños" macht. Eine ähnliche Gruppe hatte Anfang der 1990er Jahre den mächtigen Drogenhändler Pablo Escobar zur Strecke gebracht.

440 Tonnen Jahresproduktion

Kolumbien ist der größte Kokainproduzent der Welt, gefolgt von Peru und Bolivien. Jedes Jahr werden in Kolumbien rund 440 Tonnen dieser Droge produziert. Im vergangenen Jahr konnten die Behörden insgesamt 252 Tonnen beschlagnahmen, in diesem bereits über 90 Tonnen.

sti/djo (dpa, rtr)

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