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Kultur

"Acht getötete Journalisten sind acht zu viel"

Die Organisation "Reporter ohne Grenzen" hat von den neuen Machthabern in Afghanistan und besonders der Nordallianz gefordert, die Sicherheit von ausländischen Reportern in dem verwüsteten Land zu garantieren.

Acht Journalisten seien in weniger als 20 Tagen in Afghanistan getötet worden, sagte der Generalsekretär der internationalen Organisation, Robert Menard, am Freitag am Rande der Afghanistan-Konferenz in Königswinter. Damit hätten die Journalisten einen höheren Blutzoll gezahlt als westliche Bodentruppen in Afghanistan.

Unter den Reportern, die in den vergangenen drei Wochen in Afghanistan ums Leben gekommen sind, war auch ein deutscher Journalist des Magazins «Stern». Von einem entführten kanadischen Journalisten gibt es nach Angaben Menards kein Lebenszeichen.

Appell an die Machthaber

Menard kritisierte den für Polizei und innere Sicherheit zuständigen Innenminister der Nordallianz, Junis Kanuni. Dieser hatte auf der Konferenz erklärt, die Sicherheit in Afghanistan sei gewährleistet. Menard sagte, dies sei "nicht wahr". Auch die westlichen Medien trügen eine Mitverantwortung, wenn sie ihre Reporter nicht ausreichend auf die Jobs in Krisengebieten vorbereiteten und diese häufig nicht einmal versicherten.

Menard forderte die Nordallianz in der Hauptstadt Kabul auf, die Pressefreiheit vor allem für afghanische und pakistanische Journalisten zu gewährleisten. Es gebe Informationen, dass das Außenministerium ihnen strenge Auflagen mache und sie bürokratisch schikaniere. Das Erscheinen von Frauen auf den Bildschirmen ist noch kein Beweis für Pressefreiheit", sagte er.