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Wirtschaft

Abwrackprämie und Kfz-Steuer stimmen Autoindustrie optimistisch

Schrotthändler und Autohäuser erleben zur Zeit einen kleinen Boom. Die Abwrackprämie und der Kfz-Steuerkompromiss der Koalition zeigen Wirkung: Der Verband der deutschen Automobilindustrie hebt seine Jahresprognose an.

Gestapelte Schrottautos (Quelle: DW)

Auf deutschen Schrottplätzen herrscht zurzeit Hochkonjunktur

Die neue Kfz-Steuer soll für Neuwagen zum 1. Juli 2009 auf eine klimafreundliche Steuer umgestellt werden. Grundsätzlich sollen neue Autos künftig nicht mehr nur nach Hubraum, sondern vor allem auch nach dem Ausstoß des schädlichen Treibhausgases Kohlendioxid besteuert werden. Die neue Bemessungsgrundlage macht vor allem kleine und mittelgroße Pkw günstiger. Für leistungsstarke Autos werden dagegen höhere Abgaben fällig als bisher.

Die so genannte Abwrackprämie - offiziell als "Umweltprämie" bezeichnet - hat die Bundesregierung als Teil ihres zweiten Konjunkturpakets beschlossen. Wer einen mehr als neun Jahre alten Gebrauchtwagen verschrottet und dafür ein neues Auto kauft, erhält eine Prämie von 2500 Euro. Die Regelung soll rückwirkend zum 14. Januar gelten. Entscheidend ist, dass das neue Auto mindestens die Abgasnorm "Euro 4" erfüllt.

Impulse für den Markt

Zwei Männer polieren die Staatskarosse des ehemaligen Partei- und Staatschefs der Sowjetunion, Leonid.I. Breshnew, von 1976 auf Hochglanz (Quelle: ZB)

Für diesen Oldtimer wäre die Abwrackprämie auf jeden Fall drin

Kunibert Schmidt vom Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA), ist glücklich: "Wir sind froh, dass jetzt ein Gesamtpaket auf dem Tisch liegt, nämlich die befristete Steuerbefreiung, die Umweltprämie und die Kfz-Steuer. Die Wirkung dieser drei Maßnahmen geht in die gleiche Richtung, nämlich zusätzliche Impulse in den Markt zu geben - auch zur Erneuerung der überalterten Fahrzeugflotte." Deutsche Autos sind gegenwärtig im Schnitt rund 8,5 Jahre alt. Würde die Fahrzeugflotte im Schnitt nur um ein Jahr verjüngt, könnten damit zwei Millionen Tonnen Co2 eingespart werden, rechnet VDA-Hauptgeschäftsführer Schmidt vor.

Die Antragsformulare für die Umweltprämie kann man seit Dienstag (27.01.2009) von der Internetseite des zuständigen Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) herunterladen. Doch schon Tage vorher konnten sich die rund 600 Mitarbeiter des Amtes vor Anrufen nicht retten - bis zu 300.000 Gespräche wurden täglich registriert. Zudem sorgt die Prämie für viel Arbeit auf Schrottplätzen. Einige Schrotthändler berichten, der Anteil der Privatpersonen, die ein Auto verschrotten, habe sich binnen weniger Tage verzehnfacht. Und auch die Neuwagenhändler registrieren ein reges Interesse der Kunden.

Auch deutsche Marken profitieren

Für VDA-Hauptgeschäftsführer Kunibert Schmidt ist "dieser Erfolg ist sehr viel größer als wir erwartet haben. Die Kunden kommen, interessieren sich für Fahrzeuge. Und wenn man Umfragen glauben darf, dann entscheiden sich weit über 50 Prozent derjenigen, die ein Fahrzeug zum Abwracken geben, für deutsche Marken." So kommt es, dass der Verband der deutschen Automobilindustrie seine anfangs sehr pessimistische Jahresprognose wieder angehoben hat. Bislang war der Verband von einem Rückgang der Pkw-Neuzulassungen auf 2,9 Millionen in diesem Jahr ausgegangen. Doch nun ist VDA-Präsident Mathias Wissmann zuversichtlich, in diesem Jahr wieder die Drei-Millionen-Grenze überspringen zu können.

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