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Deutschland

"Abwrackprämie" ist Wort des Jahres 2009

Sie sollte der Autoindustrie aus der Krise helfen: Die Umweltprämie für alte Autos, die verschrottet werden - im Volksmund "Abwrackprämie" genannt. Dieser Begriff hat es nun zum Wort des Jahres gebracht.

Greifkran mit einem Schrottauto (Archivfoto: AP)

Der Ausdruck habe die öffentliche Diskussion in diesem Jahr besonders bestimmt und sich weit über die von der Bundesregierung beschlossene Maßnahme in zahlreichen Zusammenhängen verbreitet. Deshalb habe die Jury in diesem Jahr die "Abwrackprämie" zum Wort des Jahres gekürt, teilte die Gesellschaft für deutsche Sprache am Freitag (18.12.2009) in Wiesbaden mit. Als Abwrackprämie wurde ein staatlicher Zuschuss für Neuwagenkäufer bezeichnet, die einen Neu- oder Jahreswagen kauften und dafür ihr altes Auto verschrotten ließen.

Auf Platz zwei wählte die Jury den Ausdruck "kriegsähnliche Zustände". Dieser Ausdruck sei ein vorläufiges Ergebnis einer schon länger andauernden Debatte darüber, wie der Einsatz deutscher Bundeswehrsoldaten in Afghanistan bezeichnet werden sollte. Lange Zeit war trotz bewaffneter Gefechte und Todesopfern von einem "Stabilisierungseinsatz" die Rede, nun wurde die Nähe zu einem Krieg in die genannte Wendung gefasst.

Die "Schweinegrippe" auf Rang drei hat sich nach Ansicht der Jury zwar bisher als weniger bedrohlich erwiesen als befürchtet, sei aber gleichwohl - unter anderem durch die Diskussion über Massenimpfungen - im Laufe des Jahres dauerhaft im Gespräch gewesen.

Die Plätze vier bis zehn im Überblick:

4. "Bad Bank": Auch eingedeutscht als "schlechte Bank" - also eine Bank, die es den durch die Finanzkrise in Schwierigkeit geratenen Geldinstituten erlauben soll, ihre Bilanzen durch Auslagerung schlechter Papiere zu bereinigen.

5. "Weltklimagipfel": Brandaktuell - schließlich sollte der Kopenhagener Gipfel noch am Tag der Bekanntgabe des Worts des Jahres abgeschlossen werden.

6. "Deutschland ist Europameisterin": Der Anlass ergab sich im Herbst, als ein Sponsor der Frauenfußballnationalmannschaft deren Erfolg bei der Europameisterschaft im September würdigte.

7. "Twittern": Das Verb beschreibt die Kommunikation über den Internet-Kurznachrichtendienst Twitter - einer Tätigkeit, die nach Ansicht der Gesellschaft für deutsche Sprache "mehr und mehr an Bedeutung gewinnt und im Jahr 2009 auch wiederholt in der breiteren Öffentlichkeit diskutiert wurde, als Prognosen und Wahlergebnisse über diese Plattform vorzeitig gemeldet wurden."

8. "Studium Bolognese": Damit soll auf Missstände aufmerksam gemacht werden, denen Studierende an deutschen Universitäten durch die Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge (Stichwort: Bologna-Prozess) ausgesetzt sind.

9. "Wachstumsbeschleunigungsgesetz": Als Wort ungewöhnlich lang und ebenfalls brandaktuell, denn das Gesetz, das dazu dienen soll, nach der Krise einen wirtschaftlichen Aufschwung zu fördern, stand am Tag der Bekanntgabe des Worts des Jahres 2009 zur Abstimmung im Bundesrat.

10. "Haste mal ´ne Milliarde?": Die Schlussposition bildet nach Einschätzung der Jury "gewissermaßen eine Brücke zwischen der Zeit vor der Krise und der danach". In ironischer Weise werde hier das im Rahmen der Finanzkrise üblich gewordene Reden über Geldbeträge von Milliarden mit der in Fußgängerzonen oder Bahnhofseingängen häufig zu hörenden Frage verschmolzen, die bereits in Zeiten der D-Mark in der Form "Haste mal 'ne Mark?" bekannt war und in der Form "Haste mal 'nen Euro?" später noch Verbreitung fand.

Autor: Frank Wörner (apd, dpa, gfds.de)
Redaktion: Martin Muno

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