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Aktuell Asien

Abu Sayyaf lässt entführte Seeleute frei

Über einen Monat lang hielt die islamistische Gruppe Abu Sayyaf zehn indonesische Seeleute als Geiseln, deren Schiff Kohle für die Philippinen geladen hatte. Jetzt wurden die Männer überraschend freigelassen.

Eine Gruppe von freigelassenen Geiseln bei ihrer Ankunft in Jakarta (Foto: dpa)

Die freigelassenen Geiseln bei ihrer Ankunft in Jakarta

"Unsere Gebete wurden erhört", erklärte Rahmat Mansyur der Nachrichtenagentur AFP. Knapp fünf Wochen lang war sein Bruder in den Händen von Abu Sayyaf. Die radikal-islamische Organisation hatte ihn und neun weitere Männer, die auf einem Kohlefrachter arbeiteten, als Geiseln genommen. 7000 Tonnen Kohle hatten sie in Borneo geladen, als ihr Schiff in der Nähe der philippinischen Provinzen Sulu und Tawi-Tawi auf hoher See überfallen wurde.

Am Sonntag wurden die Männer überraschend freigelassen. Ein Privatflugzeug brachte sie noch am selben Tag in die indonesische Hauptstadt Jakarta. Von dort aus sollen die Männer in ihre Heimatorte gebracht werden - streng abgeschirmt von der Öffentlichkeit.

Überfälle durch Piraten häufen sich

Ob für die Geiseln ein Lösegeld gezahlt worden war, ist nicht bekannt. Normalerweise werden von Seiten der Abu Sayyaf aber finanzielle Forderungen erhoben. Die vergleichsweise kleine Gruppe, die Al-Kaida nahesteht, operiert von der Insel Jolo aus. Ihr werden zahlreiche Entführungen und tödliche Bombenanschläge zugeschrieben. Erst Ende April enthaupteten die Extremisten eine kanadische Geisel.

Im Süden der Philippinen gab es zuletzt drei Überfälle auf Schiffe. Daraufhin wurde der Verkehr von Kohlefrachtern zwischen Indonesien und den Philippinen vorübergehend eingestellt. In der Region verlaufen wichtige Schifffahrtsrouten, auf denen nach Schätzungen von Experten jährlich Waren im Wert von 40 Milliarden Dollar transportiert werden. Die Außenminister Indonesiens, Malaysias und der Philippinen wollen nun über gemeinsame Patrouillen in dem gefährdeten Seegebiet beraten.

djo/sc (afp, dpa, rtr)