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Wirtschaft

Abu Dhabi will Schadenersatz von Citigroup

Das Golfemirat Abu Dhabi will den Kauf von Anleihen der angeschlagenen US-Großbank Citigroup rückgängig machen. Alternativ verlangen die Investoren vier Milliarden Dollar Schadenersatz. Sie fühlen sich betrogen.

Logo am Gebäude der Citigroup in New York (Foto: AP)

Verklagt: Abu Dhabi wirft der Citigroup vor, falsch informiert zu haben

Die Abu Dhabi Investment Authority (ADIA) habe die Klage vor einem New Yorker Schiedsgericht eingereicht, teilte die Citigroup in der Nacht zum Mittwoch (16.12.2009) in New York mit. Die Investoren aus dem Golfemirat wollen den Kauf von Anleihen der angeschlagenen US-Großbank in Höhe von 7,5 Milliarden Dollar rückgängig machen. Andernfalls verlangt die ADIA einen Schadenersatz von vier Milliarden Dollar.

Abu Dhabi hatte Citigroup-Anleihen gekauft

Die Abu Dhabi Investment Authority hatte der Citigroup vor zwei Jahren mit einer Geldspritze ausgeholfen: Durch den Kauf der Anleihen verhalf das Emirat der Bank nach hohen Verlusten durch faule Hypotheken und andere Investitionsfehlschläge zu dringend benötigtem frischen Kapital.

Ein Mann telefoniert vor dem Logo der Citigroup (Foto: AP)

Der Kurs der Citigroup-Aktien war in der Finanzkrise eingebrochen

Die Anleihen sollen nach der damaligen Vereinbarung zwischen März 2010 und September 2011 in Aktien zu Kursen zwischen 31,83 und 37,24 Dollar umgetauscht werden. Im Zuge der Finanzkrise brach der Aktienkurs allerdings um über 90 Prozent ein, die Citigroup-Papiere sind nur noch ein Zehntel des ursprünglich angestrebten Preises wert. Damit würde Abu Dhabi Riesenverluste machen. Erst vor wenigen Tagen hatte das Emirat seinen Nachbarn Dubai mit einer Milliarden-Hilfe gestützt.

Abu Dhabi: "Betrügerische Fehlinterpretationen"

Die Klage reichte der Fonds aus Abu Dhabi nun ein, weil er sich von der Citigroup im Zusammenhang mit dem Geschäft falsch informiert fühlt. Die ADIA wirft der Bank "betrügerische Fehlinterpretationen" vor. Die Citigroup wies die Vorwürfe in einer Erklärung als "völlig unbegründet" zurück und kündigte an, sich energisch dagegen zur Wehr zu setzen.

Die Citigroup war von der US-Regierung mit Notkrediten von 45 Milliarden Dollar durch die Finanzkrise gebracht worden. Davon sind 25 Milliarden Dollar inzwischen in Aktien umgewandelt, sodass der Staat 34 Prozent an der Bank hält. Vor wenigen Tagen hatte die Großbank angekündigt, 20 Milliarden Dollar Staatshilfen zurückzuzahlen.

Autorin: Brigitta Moll (ap, dpa)
Redaktion: Frank Wörner

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