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Wirtschaft

Abu Dhabi steigt bei Daimler ein

Der von der Absatzkrise gebeutelte Autobauer Daimler holt sich einen neuen Großaktionär ins Haus. Eine Investmentgesellschaft aus Abu Dhabi soll künftig gut neun Prozent der Daimler-Anteile halten.

Mercedesmitarbeiter poliert den Stern im Kühlergrill eines Wagens (Foto: AP)

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Der Einstieg des staatlich kontrollierten Investors Aabar spült dem Stuttgarter Autobauer einen Milliardenbetrag in die Kasse. Insgesamt erhält Daimler durch die Ausgabe neuer Aktien 1,95 Milliarden Euro. Dies bedeute "eine zusätzliche Flexibilität für Investitionen in neue Fahrzeugtechnologien in einer Zeit, die durch wirtschaftliche Unsicherheit und makroökonomische Instabilität gekennzeichnet ist", teilte das Unternehmen am Sonntag (22.03.2009) mit. Der Aufsichtsrat habe der Kapitalerhöhung bereits zugestimmt.

Zetsche: "Freuen uns über neuen Großaktionär"

Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche bei der Vorlage der Bilanz für 2008 (Foto: dpa)

Daimler-Chef Zetsche freut sich über den neuen Großaktionär

"Wir freuen uns sehr, in Aabar einen neuen Großaktionär begrüßen zu können, der unsere Unternehmensstrategie unterstützt und mit uns gemeinsam strategische Projekte auf den Weg bringt", sagte Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche. Zu den Gründen für den Einstieg bei dem deutschen Autobauer erklärte Aabar-Chef Khadem Al Qubaisi, Daimler sei eine Marken-Ikone und ein finanziell starkes Unternehmen, das weltweit für Spitzenleistungen bekannt sei.

Gemeinsame Entwicklung von Elektroautos

Der Stuttgarter Konzern will mit seinem neuen Großaktionär auch im Tagesgeschäft zusammenarbeiten: Gemeinsam soll unter anderem die Entwicklung von Elektroautos vorangetrieben werden. Über konkrete Projekte werde derzeit verhandelt, hieß es bei Daimler. In Abu Dhabi selbst sollen junge Leute für die Autoindustrie ausgebildet werden.

Über einen Einstieg des Emirats war bereits seit Monaten spekuliert worden. Mit einem Anteil von 9,1 Prozent ist Abu Dhabi nun größter Einzelaktionär bei Daimler. Zweitwichtigster Anteilseigner ist das Emirat Kuwait, das bereits seit 1974 bei dem deutschen Autobauer engagiert ist. Kuwait hält nach der Kapitalerhöhung künftig 6,9 Prozent der Daimler-Anteile. Zuletzt hatte es auch hier Spekulationen gegeben, das Emirat könne seinen Anteil ausbauen.

Gewinneinbruch und milliardenschweres Sparprogramm

Die Absatzkrise in der Automobilwirtschaft hat auch bei Daimler deutliche Spuren hinterlassen. Nach einem Gewinneinbruch um mehr als zwei Drittel im vergangenen Jahr hatte der Konzern im Februar ein milliardenschweres Sparprogramm angekündigt. Vor allem die Hauptmarke Mercedes Benz setzte 2008 deutlich weniger Autos ab. Der Kleinwagen smart verkaufte sich dagegen besser. Für das laufende Jahr kalkuliert Daimler mit einem weiteren Absatzrückgang. (fw/wl/dpa/afp)

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