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Wirtschaft

Absturz der Telekom

Und da waren sie wieder weg, die 5000 Punkte. Erst am Mittwoch (08.05.) war der DAX über diese Marke geklettert. Jetzt geht es wieder abwärts.

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Die Stimmung wird immer düsterer

Ins Wochenende geht der DAX nun mit 4.872 Punkten. Das sind 95 Zähler oder 1,9 Prozent weniger als am Vortag. Auch der Neue Markt schreibt rote Zahlen: Der Nemax50, er vereint die 50 wichtigsten Aktien am Neuen Markt, beendete den Handel mit 830 Punkten, ein Minus von 17 Zählern oder 2,0 Prozent.

Die Bummelletzten:

Im Minus vor allem die Notierungen zweier Firmen, die am Mittwoch durch die Cisco-Quartalszahlen deutlich zugelegt hatten: die Deutsche Telekom und Infineon. Die Telekom verlor glatt 7,2 Prozent und rutschte auf ein neues Allzeittief. Die 60 Milliarden Euro Schulden der Telekom drücken offenbar auf die Stimmung der Anleger.

Beim Chip-Produzenten Infineon ging es herbe 7,8 Prozent in den Keller. Den Kurs drückt hier weiter die Herabstufung der Aktie durch die Schweizer Investmentbank UBS Warburg vom Donnerstag. Die Analysten sehen dunkle Wolken am internationalen Chip-Markt.

Angesichts der Kurse von Infineon und Deutsche Telekom reibt man sich verwundert die Augen, denn beide Werte stehen inzwischen schlechter da als vor dem Cisco-Effekt am Dienstag.

Gegen den Strom: BMW

Mit der BMW-Aktie ging es 2,6 Prozent nach oben. Auftrieb bekam der bayrische Autobauer durch gute Absatzzahlen: Im April hat der Konzern 19,3 Prozent mehr Autos der Marken BMW und Mini verkauft als im Vorjahresmonat. Angesichts der weltweiten Automobilflaute beachtenswert. Eine Studie der amerikanischen Investmentbank Merrill Lynch konnte den Kurs weiter beflügeln.

Analyst Stefan Reitmann hat sich die BMW-Aktie nochmals genau unter die Lupe genommen und empfiehlt sie weiterhin als "Starken Kauf". Er sieht bei den Bayrischen Motorenwerken besonders gute Gewinnmargen im Vergleich zu den anderen europäischen Autofirmen. Außerdem rechnet Reitman mit einer weiter positiven Entwicklung, da BMW für die nächsten 18 Monate gleich fünf neue Produkte auf den Markt bringen will. In den vergangenen 12 Monaten hat die Aktie bereits über 16 Prozent zulegen können.

Schwach: die Deutsche Bank

Sie gab um 2,2 Prozent nach. Die Kreditbewertungsagentur Standard & Poor‘s hatte zuvor ihre Einschätzung der Kreditwürdigkeit der Deutschen Bank von ‚AA‘ auf ‚AA-‚ zurückgenommen. Der starke Wettbewerb in der Finanzbranche lasse die Deutsche Bank nicht so schnell wie geplant profitabel werden. Damit erhält das Kreditinstitut zwar weiter eine gute Bewertung, aber dennoch wird die Deutsche Bank in Zukunft höhere Zinsen für ihre Kredite bezahlen müssen.

Am Neuen Markt stand der Online-Wertpapierhändler Comdirect im Mittelpunkt des Interesses. Die Commerzbank-Tochter hat die Zahlen des ersten Quartals präsentiert und konnte dabei ihren Verlust von 18 Millionen auf 1,8 Millionen Euro deutlich reduzieren. Und dies trotz sinkendem Handelsvolumen. Die Aktie schloss praktisch unverändert bei 7,91 Euro.

Rentenmärkte

Am Rentenmarkt, dem Markt der Anleihen, stellte die Bundesbank die Umlaufrendite öffentlicher Anleihen bei 5,06 Prozent fest. Der Bund-Future schloss leicht stärker bei 105,63 Punkten. 12 Ticks oder 0,1 Prozent höher als am Vortag.

Devisenkurse

Einen Tag nach der Verleihung des Internationalen Karlspreises an den Euro, überschritt die europäische Gemeinschaftswährung die Marke von 91 US-Cent. Nach den Referenzkursen der Europäischen Zentralbank entsprach ein Euro:

0,9118 US-Dollar,
0,6239 Britische Pfund und
116,60 Japanische Yen


Die Dax-Kurse im Einzelnen, wie immer in Euro und ohne Gewähr:

Adidas-Salomon 84,71 1,24
Allianz 252,55 -4,85
BASF 46,75 0,58
Bayer 35,80 -0,67
Bay. HypoVereinsbank 37,67 -1,55
BMW 47,04 1,19
Commerzbank 19,29 -0,42
DaimlerChrysler 52,34 -0,35
Degussa 34,84 0,65
Deutsche Bank 76,20 -1,70
Deutsche Post 15,00 -0,10
Deutsche Telekom 12,34 -0,95
E.ON 56,09 -0,78
Epcos 43,25 -0,59
Fresenius Medical Care 62,37 0,17
Henkel 72,22 0,17
Infineon Technologies 17,58 -1,48
Linde 53,50 0,30
Lufthansa 15,98 0,31
MAN 26,25 0,00
Metro 35,39 -0,23
MLP 55,66 -3,89
Münchener Rück 264,50 -4,63
Preussag 28,69 -0,32
RWE 40,94 -0,52
SAP 126,85 -4,65
Schering 65,50 0,00
Siemens 65,53 -1,87
ThyssenKrupp 16,72 0,12
VW 55,00 -0,47

  • Datum 10.05.2002
  • Autorin/Autor Johannes Beck
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  • Permalink http://p.dw.com/p/2AgY
  • Datum 10.05.2002
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