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Aktuell Welt

Absturz auf den Mond

Zwei Forschungs-Sonden der NASA hatten fast ein Jahr lang den Mond umrundet und faszinierende neue Informationen zur Erde übermittelt. Jetzt stürzten die Satelliten auf die Mondoberfläche – kontrolliert.

Die beiden NASA-Flugkörper namens "Ebb" und "Flow" (Ebbe und Flut) waren etwa so groß wie Waschmaschinen. Nach erfüllter Mission waren die Treibstofftanks der Roboter-Zwillinge fast leer. Die Leitung des "Grail"-Projekts der amerikanischen Raumfahrtbehörde schaltete die Sonden für ein letztes Experiment nochmals auf Vollgas, um den restlichen Treibstoff an Bord zu verbrennen. Die Sonden erreichten schließlich die Geschwindigkeit von 6050 Stundenkilometern, das sind etwa 1,7 Kilometer pro Sekunde. Am Montag um 23.29 Uhr deutscher Zeit zerschellten sie im Abstand von nur wenigen Sekunden auf der Oberfläche des Erdtrabanten.

Neue Erkenntnisse über die Gravitation

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Nasa-Zwillingssonden auf dem Mond zerschellt

Gefilmt werden konnte der Einschlag auf der Mondoberfläche laut NASA nicht - weil die Absturzregion in der Nähe des Nordpols gerade im Dunkeln lag. Zuerst prallte "Ebb" gegen einen Berg. "Flow" folge etwa eine halbe Minute später mit gleichem Ziel. Die Absturzstellen liegen weit entfernt von den Landeplätzen der "Apollo"-Missionen. Nach den Einschlägen der Sonden erklärte die Missionsleiterin Maria Zuber, der Beeich sei nach der ersten Amerikanerin im Weltall, Sally Ride, benannt worden. Ride war im Juli 2012 an Krebs gestorben.

"Ebb" und "Flow" hatten seit Anfang 2012 Bilder von der Mondoberfläche gemacht. Damit konnte eine extrem hochauflösende Karte angefertigt werden. Zudem sammelten sie Daten über die innere Struktur und die Zusammensetzung des Mondes: Erstmals liegt jetzt eine Gravitationskarte vor. Somit wissen die Forscher, dass die Mondkruste etwa so dick ist wie die kontinentale Erdkruste. Die Ergebnisse bringen nicht nur bessere Erkenntnisse darüber, wie sich der Mond gebildet und entwickelt hat. Auch die Entwicklung der Erde und der anderen Planeten kann jetzt besser nachvollzogen werden. Geplant sind jetzt Folgestudien. So sollen die Gesteinsproben der Apollo-Missionen mit den Erkenntnissen über die Gravitation verglichen werden.

hp/li (dapd, dpa, afp, rtr)

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