1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Saterfriesisch

Abseits der deutschen Sprache

Die Gemeinde Saterland hat insgesamt rund 13.000 Bewohner. Lange Zeit war das Gebiet durch Moore von der Umgebung abgeschnitten – ein wichtiger Grund dafür, dass sich die saterfriesische Sprache behaupten konnte.

Früher mussten Menschen, die jemanden in Saterfriesland besuchen wollten, das Moor mit kleinen Booten überqueren. Selbst für die benachbarten Ostfriesen war die Insel im Moor über der Saagter Ems nur sehr schwer zugänglich. Kein Wunder, dass die Saterfriesen als sehr exotisch galten.

Mehrere Reiseschriftsteller berichteten über die Saterfriesen wie über ein fernes Volk. "Ihr Brod ist so schwarz wie der Torf, den sie brennen", notierte einer 1842, "diesem Brod schreibe ich es zu, daß die Menschen hier alle so schöne Zähne haben."

Warnung vor der Mundart
Sie hatten nicht nur schöne Zähne, sondern auch eine schöne Mundart. Denn weil die Saterfriesen im Moor so selten besucht wurden sprach der Großteil der Bewohner bis zur Jahrhundertwende noch ausschließlich Saterfriesisch. Doch nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Hochmoore um das Saterland abgetragen, das Saterland wurde leicht zugänglich und die Abgeschiedenheit der Menschen war zu Ende.

Auch für den saterfriesischen Dialekt hätte die Öffnung der kleinen Sprachinsel fast das Ende bedeutet. Viele Eltern glaubten, es schade ihren Kindern, mit Saterfriesisch statt Hochdeutsch aufzuwachsen. In Strücklingen rieten sogar die Lehrer der dortigen Schule den Eltern, die lokale Sprache zu Hause nicht zu benutzen. So kommt es, dass heute nur noch Menschen der älteren Generation die Sprache noch gut beherrschen.

Allerdings besinnen sich die Saterfriesen seit Ende der Siebzigerjahre wieder mehr auf ihr kulturelles Erbe. In den Kindergärten üben Großeltern mit den Enkeln die Muttersprache, in den Schulen können Kinder das Saterfriesische als freiwilliges Zusatzfach belegen, der katholische Pfarrer hält hin und wieder eine Messe auf Saterfriesisch.

Biotop der Zweisprachigkeit
Es gibt zweisprachige Ortsschilder in den Gemeinden, und auf den Ämtern findet sich an manchen Türen ein Schild: "Hier wät uk Seeltersk baald" – hier wird auch Saterfriesisch gesprochen. Wenn zwei Verlobte Saterfriesisch sprechen, können sie sich sogar in ihrer Muttersprache trauen lassen.

Die Bemühungen der Saterfriesen um ihre Sprache wurden von offizieller Seite honoriert. Seit einigen Jahren ist das Saterfriesische durch die "Europäische Charta zum Schutz der Minderheiten- und Regionalsprachen" geschützt.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links