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Aktuell Europa

Abschussprämien für ukrainische Soldaten

Öl ins Feuer: Im Kampf gegen die prorussischen Separatisten hat die ukrainische Regierung eine Prämie für jeden abgeschossenen Panzer des Gegners ausgelobt. Für Kampfflugzeuge soll es den Höchstpreis geben: 6000 Euro.

Der Krieg in der Ostukraine wird immer blutiger und brutaler: Erst vor wenigen Tagen hatte Rebellenführer Alexander Sachartschenko verkündet, dass seine Einheiten keine Gefangenen mehr machten - was in der Soldatensprache bedeutet, alle feindlichen Kämpfer zu töten. Jetzt zieht die andere Kriegspartei, die prowestliche Regierung der Ukraine, nach: Im Kampf gegen prorussische Separatisten in der Ostukraine hat Kiew offenbar Abschussprämien ausgelobt, um die Regierungssoldaten zu motivieren.

2400 Euro Prämie pro Panzer

So berichtet die Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine von einem veröffentlichten Beschluss, der sich auch auf der Website der ukrainischen Regierung findet. Demnach zahlt der Staat für ein vernichtetes Fahrzeug der Aufständischen 12.000 Hrywnas (umgerechnet 700 Euro). Zerstörte Panzer würden mit 2500 Euro belohnt, für ein abgeschossenes Kampfflugzeug soll es rund 6000 Euro geben. Zusätzlich will die Regierung den Soldaten für jeden Tag im Kampfeinsatz 50 Euro zahlen. Armeeangehörige klagen jedoch oft darüber, dass der finanziell klamme Staat ihnen den Sold schuldet.

Gegenseitiger Beschuss

Im Bürgerkriegsgebiet berichteten die Konfliktparteien erneut von gegenseitigem Beschuss. Nach Darstellung der Separatisten gab es Tote und Verletzte. Vor allem nordöstlich der Großstadt Donezk gebe es heftige Gefechte, sagte Separatistenführer Eduard Bassurin der Agentur Interfax. Das Militär in Kiew warf den Aufständischen Dutzende Angriffe auf Soldaten vor.

Ukraine-Kontaktgruppe soll am Freitag in Minsk tagen
Vertreter Kiews und der prorussischen Separatisten wollen an diesem Freitag wieder in der Krisenkontaktgruppe verhandeln. Das teilte das weißrussische Außenministerium mit. Die Aufständischen im Gebiet Luhansk erklärten sich zu dem Treffen bereit. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko sprach sich ebenfalls für ein unverzügliches Treffen aus.
Zur Kontaktgruppe gehören auch Russland und die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Bei den Gesprächen in Minsk geht es um eine Feuerpause und den Abzug schwerer Waffen. Seit Anfang September gilt formal eine Waffenruhe, die jedoch immer wieder gebrochen wurde. Auch eine im Dezember vereinbarte Feuerpause führte nicht zum Ende der Kämpfe.
jj/SC (dpa, interfax)