1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Kultur

Abschluss der Bayreuther Wagner-Festspiele

Am Donnerstag geht das Opern-Spektakel auf dem Grünen Hügel zu Ende. Auch in diesem Jahr gab es wieder Bravo- und Buh-Rufe für eine umstrittene Inszenierung. Neu waren bezahlbare Tickets und eine historische Panne.

Ein technisches Problem zwang die Festspielleitung am Eröffnungstag, die Premiere des "Tannhäuser" für rund eine Stunde zu unterbrechen. So etwas gab es in der fast 140-jährigen Geschichte des Wagnerfestes bisher noch nicht. Manche Skeptiker deuteten diesen Vorfall als schlechtes Omen. Weitere Pannen blieben jedoch aus - abgesehen von den zahlreichen Umbesetzungen und der Tatsache, dass die Kanzlerin zum ersten Mal am Eröffnungstag fehlte. Ein paar Tage später kam sie dann doch noch vorbei.

Aus Kostengründen gab es bei den 103. Richard-Wagner-Festspielen keine Neuinszenierung. Frank Castorfs "Ring" wurde wie im letzten Jahr ausgebuht. Allerdings hatte der Regisseur auch einige Fans im Publikum, die ihn mit Standing Ovations feierten. Ein Novum war, dass es günstige Karten im Internet zu kaufen gab. Auch neu: Während des Festivals blieben Hotelzimmer leer. In Bayreuth sieht man die Ursache in den "Billig-Tickets", die überwiegend von den einheimischen Wagnerianern gekauft worden seien.

Weniger Exklusivität und eine geringere Promidichte waren zu bemerken. Regisseur Frank Castorf kritisierte scharf die Festspielleitung von Katharina Wagner und deren Halbschwester Eva Wagner-Pasquier. Katharina wird im kommenden Jahr selbst den "Tristan" inszenieren und Eva hat angekündet, dass sie ab 2016 nicht mehr dabei sein wird. Droht nun eine Götterdämmerung auf dem Grünen Hügel? Auf jeden Fall können wir uns wieder auf mindestens einen kleinen oder größeren Skandal freuen: Aktionskünstler Jonathan Meese wird 2016 den "Parsifal" inszenieren.

cp / chr (dpa, dw)

Die Redaktion empfiehlt