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Aktuell Deutschland

Abschied von Rupert Neudeck: Trauerfeier in Köln

Diese Stimme werde fehlen, hieß es auf der Trauerfeier in Köln. Freunde, die Familie, Kollegen und andere Weggefährten nahmen Abschied von Rupert Neudeck. Der Gründer von "Cap Anamur" starb im Alter von 77 Jahren.

In einem Gottesdienst in Köln haben etwa 2.000 Menschen den Einsatz von Rupert Neudeck für Notleidende und Flüchtlinge gewürdigt. Der Gründer der Hilfsorganisation "Cap Anamur" sei ein entschlossener Humanist und Samariter gewesen, der sich mutig, konsequent und kompromisslos der Lebensrettung verschrieben habe, sagte der Kölner Erzbischof Rainer Woelki in der Kirche St. Aposteln. "Viele von denen, die heute hier sind, verdanken ihm das Leben." Neudeck war am 31. Mai im Alter von 77 Jahren nach einer Herzoperation gestorben.

Der Journalist Neudeck hatte 1979 mit Unterstützung des Schriftstellers Heinrich Böll das Komitee "Ein Schiff für Vietnam" gegründet, das bis 1982 mehr als 11.000 sogenannte "Boat People" im Chinesischen Meer rettete. Daraus ging 1982 das Komitee Cap Anamur/Deutsche Notärzte hervor. 2002 rief der Vater von drei Kindern die interreligiöse Organisation "Grünhelme" ins Leben, in der sich junge Handwerker verpflichten, beim Aufbau von Häusern, Dörfern oder zerstörten Wasserleitungen in Krisengebieten zu helfen.

Rupert Neudeck auf Cap Anamur

Rupert Neudeck auf einem Flüchtlingsschiff

Neudeck sei ein "treuer und ehrlicher Freund" gewesen, ein "unbedingter Humanist", erklärte der Erzbischof weiter. Auch wenn er schon 77 Jahre alt gewesen sei, erscheine ihm Neudecks Tod wie der "Abbruch eines Lebens". Seine Mission scheine noch lange nicht beendet.

Die Mission noch nicht beendet

An der Trauerfeier nahmen der frühere Bundestagspräsident und SPD-Politiker Wolfgang Thierse, der ehemalige Fernsehmoderator Alfred Biolek, der Journalist Franz Alt, der stellvertretende CDU-Bundevorsitzende und NRW-Landeschef Armin Laschet sowie der FDP-Politiker Gerhart Baum teil. Der Schriftsteller Navid Kermani sagte in einer Ansprache, nicht nur die Familie vermisse Neudeck. Dem Gemeinwesen fehle "seine Stimme in Zeiten des wiederkehrenden Nationalismus, seine Tat in Zeiten der Flüchtlingsnot, seine Versöhnung in Zeiten des Terrors, seine Menschenfreundlichkeit, die über das gewöhnliche Maß" hinausgegangen sei.

ml/sti (dpa,KNA)