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Afrika

Abschied von Präsident Atta Mills

Ghana hat Abschied von seinem beliebten Präsidenten genommen. Mehr als zehntausend Menschen kamen zur Trauerfeier nach Accra. Drei Jahre stand Atta Mills an der Spitze des demokratischen Vorzeigestaates in Westafrika.

An der mehrstündigen Zeremonie zum Abschied von John Evans Atta Mills nahmen 15 Staats- und Regierungschefs aus anderen afrikanischen Staaten teil, unter ihnen der senegalesische Präsident Macky Sall und die liberianische Regierungschefin Ellen Johnson-Sirleaf. Auch US-Außenministerin Hillary Clinton kam zur Trauerfeier.

Die meisten der mehr als 10.000 Teilnehmer der Zeremonie waren in den traditionellen ghanaischen Trauerfarben Rot und Schwarz gekleidet. Viele weitere Bürger verfolgten die Zeremonie auf eigens in der Stadt installierten Großleinwänden. Auch im nationalen Fernsehen wurde die Trauerzeremonie übertragen. Die Geschäfte und Büros blieben geschlossen. Der Sarg war in die rot-gold-grüne Nationalflagge gehüllt und mit Lilien geschmückt. Weiße Tauben stiegen in den Himmel, als der beliebte Präsident mit militärischen Ehren in einem Park in der Nähe des zentralen Independence Square beigesetzt wurde.

"Botschafter des Friedens"

Der amtierende Ratspräsident der Afrikanischen Union, Benins Staatschef Thomas Boni Yayi, würdigte Atta Mills als Botschafter des Friedens. Der Verstorbene habe sich leidenschaftlich für den Frieden in Afrika und in der Region eingesetzt.

Atta Mills war vor zweieinhalb Wochen überraschend im Alter von 68 Jahren gestorben. Er wirkte allerdings schon seit einiger Zeit gesundheitlich angeschlagen. Eine offizielle Todesursache wurde nicht mitgeteilt. Nach unbestätigten Berichten litt er an Krebs.

n die traditionellen Trauerfarben gekleidet, nahm die Bevökerung Abschied von ihrem Präsidenten (Foto: dapd)

In die traditionellen Trauerfarben gekleidet, nahm die Bevökerung Abschied von ihrem Präsidenten

Dem Begräbnis vorausgegangen waren dreitägige Trauerfeierlichkeiten. Tausende Menschen erwiesen dem in einem offenen Sarg aufgebahrten Atta Mills seit Mittwoch die letzte Ehre. Der studierte Jurist stand seit 2009 an der Spitze des westafrikanischen Landes. Die ehemalige britische Kolonie Ghana gilt in Afrika als ein Vorreiter in Sachen Demokratie. Das Land gehört zu den weltweit größten Produzenten von Kakao und hat vor zwei Jahren mit der Erdölförderung begonnen.

Bei den im Dezember anstehenden Wahlen wollte Atta Mills erneut antreten. Gemäß der ghanaischen Verfassung war Vize-Präsident John Dramani Mahama kurz nach dem Tod des Staatschefs als sein Nachfolger vereidigt worden.

lg/qu (dpa, afp, rtre)