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Kultur

Abschied von Johannes Paul II.

Nach dem Tod des Papstes trauern Menschen weltweit um das Kirchenoberhaupt. Er soll vermutlich am Montag im Petersdom aufgebahrt werden. Die Vorbereitungen für die Wahl seines Nachfolgers haben begonnen.

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Nonnen beten in der Geburtsstadt des Papstes

Weltwelt nahmen Menschen Anteil am Tod von Papst Johannes Paul II. Das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche starb am Samstagabend (2.4.2005) in Rom im Alter von 84 Jahren. Seit seiner Wahl 1978 leitete Karol Wojtyla die katholische Weltkirche mehr als 26 Jahre - nur zwei Päpste regierten in 2000 Jahren Christentum länger. Politiker aus aller Welt und Vertreter vieler Religionen würdigten das Lebenswerk des polnischen Papstes.

Stille Andacht

Das Kirchenoberhaupt erlag seinen Leiden um 21.37 Uhr in den päpstlichen Gemächern im Vatikan, gab der Kirchenstaat bekannt. Nach den Worten von Vatikansprecher Joaquin Navarro-Valls starb der Papst im Beisein seiner engsten Vertrauten. Diese hätten noch eineinhalb Stunden vor dem Tod eine Messe am Sterbebett gelesen. Dann habe der Papst nochmals die Sterbesakramente erhalten. Währenddessen hatten Zehntausende Gläubige in unmittelbarer Nähe auf dem Petersplatz ausgeharrt und in stiller Andacht für den Papst gebetet.

Am frühen Sonntagmorgen teilte der Vatikan mit, dass Johannes Pauls Leichnam vermutlich nicht vor Montagnachmittag im Petersdom aufgebahrt werde. Das Kardinalskollegium werde ebenfalls am Montag (4.4.) um 10 Uhr zu einer ersten Sitzung vor dem Konklave zur Wahl eines neuen Papstes zusammenkommen. Es werde vermutlich die Beisetzung für kommenden Mittwoch oder Donnerstag festsetzen, hieß es. Bis zur Wahl eines neuen Papstes übernimmt das Kardinalskollegium die Leitung der Kirche.

Pontifikat offiziell beendet

"Die letzten Stunden des Heiligen Vaters waren von ununterbrochenen Gebeten gekennzeichnet", sagte sein Sprecher in einer Erklärung am frühen Sonntagmorgen in Rom. Unter den Anwesenden am Sterbebett sei der deutsche Kurienkardinal Joseph Ratzinger gewesen, weitere Kurienkardinäle wie Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano und der Camerlengo (Kämmerer) des Vatikans, Kardinal Eduardo Martinez Somalo. Der Camerlengo hatte zuvor offiziell den Tod festgestellt. Dann wurde Johannes Paul der Fischerring, das Symbol der päpstlichen Macht, abgenommen. Damit war das Pontifikat offiziell beendet. Alle wichtigen Amtsträger der Kurie traten damit automatisch von ihren Ämtern zurück.

Der Tod des Papstes löste weltweit Trauer und Betroffenheit aus. Zugleich wurden die Verdienste des Kirchenoberhaupts vor allem für den Frieden gewürdigt. Hunderttausende Menschen kamen überall auf dem Erdball zusammen, um gemeinsam zu beten und des Papstes zu gedenken.

Er bewegt Menschen

US-Präsident George W. Bush nannte den Papst einen "Vorkämpfer der menschlichen Würde und Freiheit". Israels Außenminister Silwan Schalom sagte: "Israel, das jüdische Volk und die ganze Welt haben einen großen Vorkämpfer der Versöhnung und der Brüderlichkeit zwischen den Religionen verloren." Italien ordnete drei Tage Staatstrauer an. In Polen, dem Geburtsland des Papstes, trauerten ebenfalls viele Tausend Gläubige. Auch in zahlreichen deutschen Städten läuteten die Glocken. Bundeskanzler Gerhard Schröder würdigte den Papst für sein "unermüdliches Eintreten für den Frieden, für Menschenrechte, Solidarität und soziale Gerechtigkeit".

Seit Donnerstag hatte sich der Gesundheitszustand des Papstes dramatisch verschlechtert. Zuletzt hatte der Pontifex hohes Fieber. (kap)

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