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Aktuell Deutschland

Abschied vom Außenposten

Die Bundeswehr will ihren nordafghanischen Außenposten bei Pul-i-Kumri schon in den nächsten Wochen räumen. Die Basis OP North "wird im Frühjahr aufgegeben", sagte Verteidigungsminister de Maizière.

Verteidigungsminister Thomas de Maizière mit Bundeswehrsoldaten bei seiner Ankunft im Stützpunkt OP North (Foto: AFP/Getty Images)

Thomas de Maiziere in Afghanistan 05.03.2013

"Kurz nachdem wir weg sind, fangen die an zu packen", kündigte Thomas de Maizière an. Der Minister verwies auf die besondere Bedeutung des Stützpunkts mit derzeit noch rund 500 Bundeswehrsoldaten. "Er ist das Symbol dafür, dass die Bundeswehr gelernt hat zu kämpfen", sagte er. "Sie hat auch schwere Verluste dort erlitten." Das OP North stehe wie kein anderer Ort "für den Rollenwandel der Bundeswehr und auch des Afghanistan-Einsatzes insgesamt". Nach dem Abzug der Deutschen solle die Basis den afghanischen Streitkräften übergeben werden: "Das bedeutet nicht weniger Sicherheit, sondern eine andere Form der Sicherstellung."

Abzugsplan noch vor der Wahl

Am Wochenende hatte der Verteidigungsminister angekündigt, noch vor der Bundestagswahl ein Konzept für den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan vorlegen zu wollen. Im Dezember hatte der Bundestag das Mandat für den deutschen Einsatz in Afghanistan erneut bis zum 28. Februar 2014 verlängert. Die Truppenstärke beträgt höchstens 4400 Soldaten, soll aber bis zum Ende des Mandatszeitraums auf 3300 Soldaten verringert werden.

Bis Ende 2014 ist ein vollständiger Abzug der internationalen Kampftruppen aus Afghanistan geplant. Bis dahin erfolgt eine schrittweise Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die afghanischen Streitkräfte und Behörden. Allerdings dürften auch danach noch deutsche und andere ausländische Soldaten als Berater und Ausbilder im Land bleiben.

De Maizière war am frühen Dienstagmorgen zunächst in Masar-i-Scharif zu seinem nicht angekündigten Besuch gelandet. Dort befinden sich die meisten der rund 4350 Bundeswehrsoldaten, die derzeit in Afghanistan stationiert sind. In Masar-i-Scharif befindet sich auch der Sitz des Regionalkommandos Nord der internationalen ISAF-Truppe, das seit dem 21. Februar unter dem Befehl des deutschen Generalmajors Jörg Vollmer steht. Anschließend reiste der Minister weiter nach Pul-i-Kumri in der Provinz Baghlan.

rb/kle (afp, dpa, rtr)

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