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Politik

Abschied einer Kämpferin

Die Kanadierin Louise Arbour scheidet aus ihrem Amt als UN-Hochkommissarin für Menschenrechte. Ein Nachfolger steht zwar noch nicht fest, doch er wird in die Fußstapfen einer couragierten Persönlichkeit treten.

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Couragiert, hartnäckig: Louise Arbour, UN-Hochkommissarin für Menschenrechte

Unangenehm sein, ja ständig den Mächtigen in der Welt auf die Füße treten - kein leichter Job, den Louise Arbour in den vergangenen vier Jahren als UN-Hochkommissarin gemacht hat. Die heute 61-Jährige Kanadierin hat sich den Ruf einer kompromisslosen Verfechterin für Menschenrechte erworben. Am Montag (30.7.2008) geht ihre Amtszeit zu Ende.

Arbour nahm kein Blatt vor den Mund: "Unsere Reaktion auf die Menschenrechtskrise sollte untersucht werden, und zwar dahingehend, ob wir unserer kollektiven Verantwortung für die Schwächsten und Verletzlichsten nachkommen. Ich glaube, wir tun das nicht." In Kanada hat sie sich als Straf- und Zivilrechtsprofessorin einen Namen gemacht. 1996 wurde sie Chefanklägerin der Tribunale für Ex-Jugoslawien und Ruanda. Als sie drei Jahre später Anklage gegen den jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic erhob, wurde zum ersten Mal in der Geschichte ein amtierendes Staatsoberhaupt an den Pranger gestellt.

Menschenrechte Konferenz in Peking

Weltreisende: Arbour erhob überall ihre Stimme, hier 2005 bei einer Konferenz in Peking

Nach vier Jahren am Obersten Gericht Kanadas trug man ihr die Nachfolge von UN-Hochkommissar Sergio Vieira de Mello an, der 2003 bei einem Bombenanschlag in Bagdad ums Leben gekommen war - sie willigte ein. In ihre Amtszeit fielen die Auflösung der Menschenrechtskommission und die Neugründung des Menschenrechtsrats. "Jeder wird einer Überprüfung unterliegen. Deshalb muss die Überprüfung fair und transparent gestaltet sein, das betroffene Land muss Gelegenheit haben, selbst Stellung zu nehmen, und auch zivilgesellschaftliche Organisationen und die Presse müssen zu Wort kommen", versprach sie.

Deutliche Worte, geringe Wirkung

Louise Arbour baute das Netz der UN-Behörde auf 50 Außenposten in aller Welt aus. Sie selbst besuchte auch alle Kontinente. Sie klagte Menschenrechtsverletzungen an, zum Beispiel in Birma, als der Staatsapparat den Aufstand von Mönchen vergangenes Jahr gewaltsam niedergeschlagen ließ: "Meine Sorge ist, dass nun betäubend

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