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Wirtschaft

Absatzrekord und ehrgeizige Pläne bei VW

Nach Spitzenwerten für 2007 will VW den Absatz bis 2018 verdoppeln. Dazu erwägt der Konzern den Bau eines neuen Werks in Mexiko, Kanada oder den USA. In Deutschland lahmt der Absatz an Fahrzeugen allerdings.

Golf-Produktion im Volkswagenwerk in Wolfsburg (Archiv), Foto: AP

Der Absatz läuft rund - nur nicht in der Heimat

Nach US-Medienberichten sind für den Neubau eines VW-Werks Standorte in North Carolina, South Carolina und Georgia im Gespräch. Eine Entscheidung sei in der ersten Jahreshälfte zu erwarten, sagte der Vorstandschef von Volkswagen of America, Stefan Jacoby, am Sonntag (13.1.2007) am Rande der Internationalen Auto Show in Detroit. Eine Fabrik an der Westküste der USA, wo viele Kunden leben, sei jedoch bereits ausgeschlossen worden: Grund sei der große Zeitunterschied zum Stammsitz in Wolfsburg und die damit verbundenen Probleme bei der Logistik. Allein der US-Absatz soll von 330.000 Fahrzeuge im Jahr 2007 auf 800.000 im Jahr 2018 steigen - obwohl Experten erwarten, dass die Zahl der Neuzulassungen wegen der Kreditkrise in den USA sinken wird.

VW-Logo in Hannover (Archiv), Foto: AP

Vor allem in aufstrebenden Schwellenländern konnte VW punkten

Das globale Geschäft läuft glänzend: Angetrieben von einem starken Wachstum in China und Südamerika hat Europas größter Autokonzern 2007 einen Absatzrekord erzielt. Weltweit verkaufte VW 6,189 Millionen Fahrzeuge und übersprang damit erstmals die Sechs-Millionen-Marke. Im Vergleich zu 2006 verbuchte der Konzern ein Plus von 7,9 Prozent. VW-Konzernchef Martin Winterkorn zeigte sich in Detroit zuversichtlich, 2008 einen neuen Absatzrekord zu schaffen. Auf längere Sicht will Volkswagen Toyota als erfolgreichsten Autobauer weltweit ablösen.

Der Heimatmarkt lahmt

Der unsicherste Absatzmarkt sei Deutschland, sagte Winterkorn. Er erwarte wegen der Debatte um den Klimaschutz und die Verringerung der C02-Emissionen eine weitere Verunsicherung der Kunden. Winterkorn sagte, mitunter würden Autos "verteufelt". 2007 sank der VW- Konzernabsatz in Deutschland bei einem rückläufigen Gesamtmarkt um 4,8 Prozent auf 1,06 Millionen Fahrzeuge. Für 2008 sei VW bereits zufrieden, diesen Wert zu erreichen, hieß es.

Das Wachstum erzielt VW vor allem in den aufstrebenden Märkten der Schwellenländer. In China stiegen die Auslieferungen im vergangenen Jahr um 28 Prozent auf 910.500 Fahrzeuge, in Brasilien um 32 Prozent auf 581.300 Fahrzeuge. In Zentral- und Osteuropa erreichte der Konzern ein Plus von 20,9 Prozent auf 496.400 Auslieferungen.

Der indische Autobauer Tata hat sein Billigauto für 1700 Euro vorgestellt, Foto: AP

1700-Euro-Auto: VW will nicht in das Billigsegment einsteigen

Unter den einzelnen Konzernmarken steigerte die Kernmarke Volkswagen Pkw ihren Absatz um 7,8 Prozent auf 3,66 Millionen Fahrzeuge weltweit. Audi verbuchte ein Plus von 6,5 Prozent auf 964.200 Fahrzeuge, die tschechische Tochter Skoda einen Zuwachs von 14,6 Prozent auf 630.000 Auslieferungen. Das größte Sorgenkind, die spanische Tochter Seat, verzeichnete ein leichtes Plus von 0,4 Prozent auf 431.000 Fahrzeuge. VW-Nutzfahrzeuge verbuchte einen Zuwachs von 10,7 Prozent auf 488.700 Einheiten. Bentley knackte nach einem Plus von sieben Prozent erstmals die Marke von 10.000 Luxuswagen.

Keine Steigerung mit Billigautos

Zum Konzernergebnis 2007 sagte Winterkorn, VW habe das Ziel erreicht, ein Ergebnis vor Steuern von mindestens 5,1 Milliarden Euro zu erreichen. Einzelheiten nannte er nicht. 2006 lag das Vorsteuer-Ergebnis bei rund 1,8 Milliarden Euro. Bis 2018 wolle das Unternehmen den Absatz auf 6,6 Millionen Fahrzeuge nahezu verdoppeln, so Winterkorn.

Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der IAA in Frankfurt am Main im September 2007 mit Konzernchef Martin Winterkorn, Foto: dpa

Hat ehrgeizige Pläne: Konzernchef Winterkorn

In den wachsenden Markt der Billigautos will VW nicht einsteigen. Winterkorn sagte, es wäre ein "großer Fehler", wenn Volkswagen seine Marken verwässern würde. Volkswagen habe in Sachen Qualität, Sicherheit und Umweltfreundlichkeit "gewisse Standards" zu erfüllen. Der indische Autobauer Tata hatte in der vergangenen Woche ein Billigauto für umgerechnet rund 1700 Euro vorgestellt. Winterkorn sprach von einer spezifisch indischen Marktsituation. VW plant stattdessen Kleinwagen im Preissegment von 6000 bis 8000 Euro. (ina)

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