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Deutschland

Abgeschobene Nepalesin Bivsi nach Deutschland zurückgekehrt

Mitschüler und Unterstützer vergossen Freudentränen, als die 15-Jährige - vor zwei Monaten nach Nepal abgeschoben - am Düsseldorfer Flughafen erschien. Auch Bivsis Eltern durften mitkommen.

Der Bruder von Bivsi begrüßt die 15-Jährige am Düsseldorfer Flughafen (Foto: picture-alliance/dpa/M. Becker)

Herzlich begrüßt Bruder Biswash seine Schwester am Düsseldorfer Flughafen

Die Nepalesin Bivsi und ihre Eltern trafen am Morgen aus Abu Dhabi kommend auf dem Düsseldorfer Flughafen ein. Dort wurde die Familie von Mitschülern, deren Eltern und Unterstützern mit Jubel und Beifall begrüßt. Auch Bivsis älterer Bruder sowie zahlreiche Journalisten erwarteten das Mädchen.

Für Abschiebung aus dem Unterricht geholt

Auf Plakaten hieß es "Herzlich willkommen, Bivsi" und "Welcome, Bivsi". Andere Schülerinnen hatten Herzen gemalt, die sie in die Höhe hielten. Angesichts der Ereignisse der vergangenen acht Wochen appellierten Vertreter des Duisburger Steinbart-Gymnasiums, Bivsis Schule, erneut an die politisch Verantwortlichen, auch den Eltern nach ihrer Rückkehr Gelegenheit zu geben, "sich in ihrem bisherigen Leben wieder einzurichten". Die Familie brauche nun zunächst Zeit und Ruhe.

Die nepalesische Schülerin Bivsi auf dem Düsseldorfer Flughafen (Foto: picture-alliance/dpa/M. Becker)

Auch das Medieninteresse an Bivsi war groß

Der Fall des Mädchens hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Die damals noch 14-jährige Bivsi war Ende Mai gemeinsam mit ihren Eltern nach Nepal abgeschoben worden. Für Empörung hatte gesorgt, dass Mitarbeiter der Stadt Duisburg das Mädchen dafür direkt aus dem Schulunterricht holten. Trotz der Rechtmäßigkeit der Abschiebung setzten sich Mitschüler für eine Rückkehr der Familie ein, organisierten Demonstrationen und sammelten im Internet Unterschriften. Unterstützung kam auch vom Duisburger Oberbürgermeister Sören Link (SPD), dem Bundesland Nordrhein-Westfalen und dem Petitionsausschuss des Landtags.

Rückkehr auf Grundlage von Schüleraustausch-Visum

Bivsis Rückkehr wurde nun zunächst mit einem sogenannten Schüleraustausch-Visum ermöglicht. Laut dem nordrhein-westfälischen Integrationsministerium kann die Jugendliche nach dem Abitur für ein Studium oder eine Berufsausbildung einen Folgeantrag stellen. Unklar ist, ob sie anschließend in Deutschland bleiben kann. Die Eltern, deren Asylantrag bereits vor 15 Jahren abgelehnt worden war, dürfen Bivsi aus humanitären Gründen für die Dauer der Ausbildung begleiten.  

sti/hk (dpa, epd)

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