Abgeklärter Bayern schlagen wildes Bayer | Sport | DW | 12.01.2018
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Bundesliga

Abgeklärter Bayern schlagen wildes Bayer

Eine unterhaltsame Partie gibt es zum Bundesliga-Rückrunden-Auftakt, die Bayern München in Leverkusen zwar unspektakulär, aber routiniert gewinnt. Bayerns Winter-Neuzugang Wagner sitzt dabei vorwiegend auf der Bank.

Joachim Löw war nicht im Stadion. Aber Thomas Schneider und Marcus Sorg, seine beiden Assistenztrainer. Die sahen jedoch überraschend wenig vom potentiellen WM-Kandidaten Sandro Wagner. Den brachte FC Bayern-Trainer Jupp Heynckes nämlich überraschenderweise nicht von Beginn an, obwohl er als Robert-Lewandowski-Ersatz in der Winterpause von der TSG Hoffenheim geholt wurde und der Pole tatsächlich verletzungsbedingt nicht dabei war. Thomas Müller spielte stattdessen im Sturmzentrum. Für Schneider und Sorg gab es dennoch Interessantes zu beobachten bei diesem unterhaltsamen und temporeichen Bundesliga-Rückrunden-Start, den die Gäste mit 3:1 (1:0) gewannen. 

Beide Teams spielten offensiv und trotzdem traten auf dem Rasen zwei ganz unterschiedliche Mannschaften auf. Die Gastgeber zeigten sich voller Tatendrang, ungestüm, aber auch in den entscheidenden Szenen oft zu unerfahren oder zu hastig. Der deutsche Rekordmeister spielte abgeklärt und routiniert und eben dann, wenn es darauf ankam, konzentriert. Während der quirlige Leon Bailey bereits in der sechsten Minute nach tollem Pass von Julian Brandt den Ball leichtfertig im Strafraum vertändelte und Dominik Kohr aus sieben Metern den Kopfball knapp am Pfosten vorbei drückte (17. Minute), sowie Kevin Volland (10.) und Karim Bellarabi (15.) sich frühzeitig unnötige Gelbe Karten abholten, warteten die Bayern gelassen auf ihre Chance. 

Bailey: Quirlig, aber uneffektiv

Fußball Bundesliga Bayer Leverkusen - Bayern München 2018 (Reuters/W. Rattay)

Ungewöhnlich: Martinez (l.) als Torschütze

Und die nutzte zunächst Javier Martinez. Nach einer Ecke von rechts kam Arturo Vidal mit dem Kopf nicht richtig hinter den Ball. Der sprang an die Füße eines Leverkusener Spielers und von da zu dem Spanier, der vom linken Fünfereck den Ball unter die Latte zur 1:0-Führung drückte (33. Minute). Seit sechs Jahren spielt Martinez bei den Bayern, in seinem 99. Bundesligaspiel gelang ihm nun sein sechstes Bundesligator. "Ein Schuss, ein Tor, die Bayern," hallte es aus dem Gästeblock - eine Liedzeile, die diese Partie gut zusammenfasste.

Mit der Führung im Rücken spielte der Tabellenführer nun druckvoller und brachte die Leverkusener Abwehr auch nach der Pause des Öfteren in Bedrängnis. Einmal war aber Leverkusen ganz nah dran am Ausgleich. In der 55. Minute tanzte Bailey Abwehrriese Niklas Süle mit drei Haken aus und schoss mit links - aber der Ball prallte an der Latte ab. Dann zeigte Franck Ribéry den spiegelverkehrten Arjen-Robben-Trick. Der Franzose bekam links im Strafraum den Ball, zog nach innen und vernaschte mit einem flachen Ball Torwart Bernd Leno (59.). 

"Uns hat teilweise der Mut gefehlt"

1. Bundesliga 18. Spieltag | Bayer Leverkusen – FC Bayern München (Reuters/W. Rattay)

Kam erst in der 78. Minute ins Spiel: Sandro Wagner

Zwei Gegentore - und was machte Leverkusen? Die lieben in dieser Saison ja offensichtlich Rückstände. Erst danach legen sie richtig los. So auch dieses Mal. Das Anschlusstor erzielte Kevin Volland (71.), der damit bereits sein zehntes Saisontor für die Werkself machte. "Wir haben immer dran geglaubt. Da waren wir noch mal dran. Dann gehst du volles Risiko und bekommst halt das dritte Tor", so die Analyse von Leverkusens Sportchef Rudi Völler.

Denn obwohl die Gastgeber durch Volland und Lucas Alario noch zwei sehr gute Chancen hatten, nutzte der Gegner seine eine: James Rodriguez zirkelte einen Freistoß gefühlvoll in den Winkel (90.+1) zum 3:1-Endstand. "Bei uns hat teilweise der Mut gefehlt und wir haben zu viele lange Bälle von hinten rausgeschlagen", meinte Bayer-Trainer Heiko Herrlich, der aber mit Recht zufrieden war mit der Leistung seiner Mannschaft. Das gilt auch für seinen Kollegen Jupp Heynckes, dessen Team erstmals seit März 2013 aus Leverkusen wieder drei Punkte mit nach Hause nimmt: "Die Mannschaft hat über weite Strecken taktisch und von der Defensive her sehr gut gespielt. Nach dem 2:0 haben wir ein bisschen die Konzentration verloren und unnötige Ballverluste gehabt. Leverkusen ist eine junge, talentierte Mannschaft, die heute auch sehr offensiv gespielt hat."