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Wirtschaft

Abes Wahlsieg gibt Börse Auftrieb

Nach dem Wahlsieg von Japans Ministerpräsident Shinzo Abe hat die Börse in Tokio zugelegt. Anleger hoffen, dass der Yen weiter schwach bleibt - und so Exporte erleichtert.

Der Nikkkei-Index der 225 Standardwerte stieg den 15. Tag in Folge und gewann 1,1 Prozent auf 21.696 Punkte. Das ist der höchste Schlusskurs seit 1996 und die längste Gewinnserie seit 1950. Der breiter gefasste Topix-Index legte um 0,8 Prozent zu auf 1745 Zähler.

Anleger hoffen, dass der seit 2012 regierende Premierminister Shinzo Abe seine Abenomics genannte Wirtschaftspolitik aus Konjunkturprogrammen und Reformen fortsetzt.

Der rechtskonservative Regierungschef sei nach der Verteidigung der Zweidrittel-Mehrheit für seine Koalition gestärkt und könne nun mutiger reformieren, erklärten Analysten.

Ein Grund für die Kursrally waren auch Spekulationen auf weiterhin niedrige Leitzinsen in Japan. Mit massiven Geldspritzen hält die japanische Zentralbank die Renditen der Staatsanleihen und auch den Kurs der japanischen Währung niedrig.

Schwacher Yen hilft Exporteuren

"Nach Abes Wiederwahl dürfte die Bank of Japan ihre lockere Geldpolitik erst mal beibehalten - einen Strategiewechsel gibt die Inflation nicht her", sagte Deutsche-Bank-Chefanlagestratege Ulrich Stephan.

Auch die Aussicht auf höhere Zinsen in den USA werde den Dollar stärken und die japanische Währung Yen eher schwächen. Das kommt den exportorientierten japanischen Unternehmen zugute, da ihre Waren dann im Welthandel günstiger werden.

Gefragt waren deshalb vor allem Exportwerte, Sumitomo Chem waren mit 6,5 Prozent größter Gewinner im Nikkei-Index. Die Aktien von Toshiba fielen um 1,2 Prozent, nachdem der Elektronikkonzern wegen des Verkaufs seiner Chipsparte die Ergebnisprognosen gesenkt hat.

An den Börsen in China hielten sich Anleger im Gegensatz zu Japan zurück. Die Börse in Hongkong gab um 0,7 Prozent nach. Der Shanghai Composite notierte kaum verändert. Auch der MSCI-Index von Aktien außerhalb Japans kam mit 550 Zählern kaum vom Fleck.

Der Dollar verteuerte sich gegenüber dem Yen auf ein Dreimonatshoch von 113,79 Yen. Selbst der Euro legte gegenüber dem Yen zu, obwohl er wegen der Spannungen zwischen Katalonien und der spanischen Zentralregierung derzeit relativ schwach ist.

Die Europäische Zentralbank wird an diesem Donnerstag über ihre weitere Geldpolitik entscheiden. Einige Analysten erwarten, dass sie in Zukunft weniger Anleihen kaufen wird. Dies wäre ein Schritt in Richtung einer Normalisierung der Geldpolitik, sie seit Jahren durch Leitzinsen nahe Null Prozent und massive Anleihenkäufe geprägt ist.

bea/ul (rtr, afp)

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