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Japanisch-amerikanisches Gedenken in Pearl Harbor

Abe und Obama: Historische Versöhnungsgeste in Pearl Harbor

Japans Premier Abe und US-Präsident Obama haben gemeinsam der Opfer des japanischen Luftangriffs auf die US-Pazifikflotte 1941 gedacht. Abe dankte den USA für deren Versöhnungsbereitschaft nach dem Zweiten Weltkrieg.

USA Barack Obama und Shinzo Abe auf dem USS Arizona Memorial in Honolulu (picture-alliance/AP Photo/C. Kaster)

Stilles Gedenken: Shinzo Abe und Barack Obama auf dem schwimmenden USS-Arizona-Memorial

Am Mahnmal für die Opfer des Angriffs im Hafen von Pearl Harbor auf der Hawaii-Insel Oahu erklärte Shinzo Abe den USA  sein "aufrichtiges und immerwährendes Beileid". Er danke den Vereinigten Staaten dafür, dass sie Japan nach dem Ende des Kriegs mit Versöhnungsbereitschaft begegnet seien. "Wir dürfen die Schrecken des Kriegs niemals wiederholen", sagte Abe. 

USA Barack Obama und Shinzo Abe auf dem USS Arizona Memorial in Honolulu (picture-alliance/AP Photo/C. Kaster)

Einst Kriegsgegner - heute enge Verbündete: die USA und Japan

Von dem gemeinsamen Besuch in Pearl Harbor solle ein Signal des Friedens ausgehen, sagte Barack Obama. "Ich hoffe, dass wir gemeinsam die Botschaft an die Welt senden, dass es im Frieden mehr zu gewinnen gibt als im Krieg, und dass Versöhnung mehr Gewinn bringt als Vergeltung." 

USA Barack Obama und Shinzo Abe auf dem USS Arizona Memorial in Honolulu (picture-alliance/AP Photo/C. Kaster)

Kranzniederlegung am Mahnmal

Versöhnungsgesten ja - Entschuldigungen nein

Abe ist zwar nicht der erste japanische Ministerpräsident, der Pearl Harbor besucht, aber der erste Premier, der der Opfer des japanischen Angriffs gemeinsam mit einem US-Präsidenten gedacht hat. Eine Entschuldigung Abes im Namen Japans für den Angriff auf Pearl Harbor hatte die Regierung in Tokio bereits im Vorfeld ausgeschlossen. Im Mai hatte Obama als erster amtierender Präsident der Vereinigten Staaten die japanische Stadt Hiroshima besucht, wo 1945 die erste Atombombe auf Japan abgeworfen worden war und dort der Opfer des dortigen US-Atombombenabwurfs am Ende des Zweiten Weltkriegs gedacht. Auch von Obama hatte es damals keine Entschuldigung für den Angriff gegeben.

Wendepunkt für den Zweiten Weltkrieg

Der Angriff auf Pearl Harbor hatte die USA ins Mark getroffen, er erfolgte ohne vorherige Kriegserklärung. Bei dem japanischen Militäreinsatz in dem US-Bundesstaat mitten im Pazifischen Ozean kamen am 7. Dezember 1941 rund 2400 Amerikaner ums Leben. 300 japanische Flugzeuge hatten einen Bombenteppich über den Hafen westlich von Hawaiis Hauptstadt Honolulu gelegt. Anschließend entschloss sich Präsident Franklin D. Roosevelt, in den Zweiten Weltkrieg einzutreten.

USA USS Arizona Memorial in Honolulu (picture-alliance/Motoya Taguchi/Jiji Press)

Das Memorial im Hafenbecken, genau an der Stelle, wo das Schlachtschiff USS-Arizona gesunken ist

Für Obama war das Treffen mit Abe auf Hawaii - wenige Kilometer von seinem Geburtsort Honolulu - die vermutlich letzte Zusammenkunft mit einem ausländischen Staatsmann in seiner acht Jahre währenden Zeit als US-Präsident.

Erinnerungslücken in Tokio

Abe war der dritte japanische Regierungschef, der nach Pearl Harbor reiste. Die vorhergehenden Besuche liegen allerdings Jahrzehnte zurück und waren auf niedrigem Level gehalten worden. Treffen mit führenden US-Politikern gab es damals nicht: Selbst die japanische Regierung hatte sich zunächst nicht mehr an die Besuche erinnert und fälschlich bekanntgegeben, Abes Besuch sei der erste eines japanischen Premierministers an den historischen Stätten. Dann wurde nachgebessert. Ein Regierungssprecher in Tokio teilte mit, 1951 habe der damalige japanische Regierungschef Shigeru Yoshida Pearl Harbor einen Besuch abgestattet. 1956 folgte sein Nachfolger Ichiro Hatoyama und ein Jahr später Nobusuke Kishi.

qu/wa (rtre, dpa, afp, APE)

 

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