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Globale Zusammenarbeit

Abdullah Alawlagy aus Sanaa

Das Gehalt des Regierungsangestellten reicht kaum aus, um die eigene Familie zu ernähren.

Ich habe einen Hochschulabschluss und arbeite seit einigen Jahren in einer staatlichen Behörde. Ich verdiene rund 41.000 Jemen-Rials im Monat, umgerechnet 175 Euro. Davon ernähre ich meine Frau und unsere elf Kinder. Wir leben in der Haupstadt Sanaa und teilen uns eine Zwei-Zimmer-Wohnung und die Toilette mit einer weiteren Familie.

Ich habe immer hart gearbeitet, damit meine Kinder zur Schulen gehen können. Mein älterster Sohn besucht inzwischen die Universität. Das staatliche Gehalt reicht nicht aus, um die Ausgaben meiner Familie für Lebensmittel, Bildung, Transport, Kleidung, Medizin, etc. zu decken. Ich stehe jeden Tag vor der Herausforderung, die Bedürfnisse aller Familienmitglieder zu berücksichtigen. Ohne die finanzielle Unterstützung von Verwandten und Freunden wäre das nicht möglich.

Lebenswirklichkeit im Jemen

Die meisten Menschen im Jemen leben unter schwierigen Bedingungen. Offiziellen Statistiken zufolge liegt die Arbeitslosenrate bei 40 Prozent. Internationale Hilfsorganisationen gehen davon aus, dass die Hälfte der Bevölkerung nicht über ausreichend Lebensmittel verfügt. "Im Jemen herrscht eine Hungerkrise. In manchen Regionen liegt die Zahl der Fälle von Unterernährung genauso hoch wie in Teilen von Somalia", so der Direktor von Oxfam-Jemen, Coliet Veyron. Zehn Millionen Menschen in dem südarabischen Land haben nicht genug zu essen, jeder Zweite von ihnen ist auf Nothilfe angewiesen - das entspricht einem Viertel der Bevölkerung.

Der Weltbank zufolgen erhielten schon vor Ausbruch der politischen Unruhen 7,5 Millionen Menschen im Jemen nicht genug Nahrung. Infolge der Preissteigerungen als Konsequenz des Aufstands gegen das Regime ist diese Zahl in den vergangenen zwölf Montaten um weitere 2,5 Millionen angestiegen.

Auch wer über einen Job und ein festes Einkommen verfügt ist kaum noch in der Lage, die Lebenshaltungskosten aus eigener Kraft zu bestreiten. Abdullah Alawlagy steht stellvetretend für zehn Millionen Jemeniter.