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Nahostkonflikt

Abdel Fatah al-Sisi trifft Benjamin Netanjahu erstmals öffentlich

Geheimgespräche soll es schon gegeben haben - doch jetzt sprach der ägyptische Präsident sogar in Anwesenheit eines Fotografen mit dem israelischen Premier.

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen an diesem Dienstag führt so viele Staats- und Regierungschefs zusammen wie wenige Anlässe sonst. In New York nutzten auch Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi (Artikelbild rechts) und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu (links) die Gelegenheit zu einem öffentlichen Gespräch. Dabei sei es um den Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern gegangen, teilte das ägyptische Präsidialamt in Kairo mit. Sisi habe die Notwendigkeit betont, neue Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien zu starten. Das Ziel sei eine "umfassende Lösung". Der Friedensprozess liegt seit dem Frühjahr 2014 auf Eis.

Zu einem separaten Gespräch traf Sisi in New York auch mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zusammen. Wie das Präsidialbüro in Kairo weiter mitteilte, stimmten beide darin überein, dass man die Bemühungen um eine Zwei-Staaten-Lösung im Nahostkonflikt fortsetzen müsse.

Kairo vermittelt hinter den Kulissen

Ägypten hatte zuletzt eine Annäherung zwischen der radikal-islamischen Palästinenserorganisation Hamas und der rivalisierenden Fatah vermittelt. Die Hamas dominiert den Gazastreifen, die Fatah kontrolliert das Westjordanland.

Ägypten Al-Sisi trifft Abbas 23. August (Reuters)

Palästinenserpräsident Abbas (links) mit dem ägyptischen Staatschef al-Sisi (Archivbild)

Die beiden Palästinenserorganisationen sind seit einem blutigen Bruderkrieg 2007 noch tiefer verfeindet als zuvor. Die Hamas setzt weiter auf den bewaffneten Widerstand gegen Israel und den Anspruch auf das gesamte historische Palästina. Sie wird von den USA, der EU und Israel als Terrororganisation eingestuft.

Versöhnungsangebot nach zehn Jahren

Israel hat eine Blockade über den Gazastreifen verhängt, die von Ägypten mitgetragen wird. Auch die von Abbas geführte Fatah-Organisation erhöhte den Druck auf die Hamas. Auf Wunsch von Abbas reduzierte Israel etwa die Stromlieferungen nach Gaza. Die Einwohner konnten in den vergangenen Monaten nur wenige Stunden am Tag auf Elektrizität zugreifen.

Zehn Jahre nach der gewaltsamen Machtübernahme im Gazastreifen hatte die Hamas am Sonntag ein Versöhnungsangebot unterbreitet: Sie erklärte sich bereit, die Verwaltung des Küstenstreifens am Mittelmeer abzugeben. Die Fatah und die Vereinten Nationen begrüßten den Schritt als "historische Gelegenheit für eine Wiedervereinigung" der palästinensischen Autonomiegebiete, die seit 2007 faktisch geteilt sind.

jj/ml (afp, rtr)

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