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Kultur

ABC ungelöst

Mehr als 770 Millionen Menschen auf der Erde sind Analphabeten. Der Weltalphabetisierungstag macht auf ein Problem aufmerksam, das immer noch weltweit existiert. Auch in Deutschland kann nicht jeder lesen und schreiben.

Scrabble-Spielsteine formen das ABC (Foto: dpa)

Etwa vier Millionen Menschen stehen am 27. September in Deutschland wieder vor einem Problem. Sie können nicht richtig lesen und schreiben – wie sollen sie da den Stimmzettel zur Bundestagswahl ausfüllen? Laut Deutschem Volkshochschul-Verband könnte bei einer dreiviertel Million Menschen die Lesekompetenz sogar so schlecht sein, dass sie ohne fremde Hilfe gar nicht wählen gehen können. "Das Menschenrecht auf Bildung muss endlich umgesetzt werden“, fordert deswegen der Geschäftsführer des Bundesverbandes Alphabetisierung, Peter Hubertus. Wer nicht lesen und schreiben kann, finde weder Arbeit noch Glück.

Buchstabensuppe ohne Sinn

Ein Analphabet schreibt Sätze zur Übung in ein Schulheft (Foto: dpa)

Generell spricht man von funktionalem und totalem Analphabetismus. Funktionale Analphabeten sind Menschen, die trotz Schulbesuchs auf dem Niveau von Zweitklässlern stehen geblieben sind. Einzelne Wörter sind für sie kein Problem, schwierig wird es bei langen Sätzen oder ganzen Texten, der Sinn bleibt ihnen oft verborgen. Totalen Analphabeten ist Schrift vollkommen fremd, sie haben die Fähigkeit zu lesen oder zu schreiben nie erlernt.

Im internationalen Vergleich steht Deutschland auf Platz 41 in der Alphabetisierungsrate. In die Statistik fließen ausschließlich die totalen Analphabeten ein. Weltweit gibt es zehn Länder, in denen offiziell 100 Prozent der Bevölkerung alphabetisiert sind. Dazu gehören zum Beispiel Grönland, Luxemburg, Norwegen und der Vatikan. Am unteren Ende der Rangliste steht Burkina Faso, dort können nur knapp 22 Prozent der Bevölkerung lesen und schreiben.

Grundschulbildung für alle

Buchstabenspiel (Foto: dpa)

Der aktuelle Bildungsbericht der UNESCO zeigt, dass weltweit noch immer 75 Millionen Kinder keine Schule besuchen. Vor allem in Ländern südlich der Sahara, dort kann jedes dritte Kind nicht zur Schule gehen. Jedes Jahr macht die Organisation mit dem Weltalphabetisierungstag auf diese Problematik aufmerksam. Zusätzlich riefen die Vereinten Nationen 2003 die Weltdekade der Alphabetisierung aus: Ziel ist es, bis 2015 allen Jungen und Mädchen zumindest eine Grundschulbildung zu ermöglichen. Der Bildungsbericht macht aber auch Hoffnung: seit 1970 ist die Analphabetenrate weltweit von 37 Prozent auf heute 16 Prozent gesunken.

Tim Wessling/sc/dpa/epd/ddp

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