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Aktuell Nahost

Abbas verärgert über Mohammed-Zeichnung

Vor einem Monat marschierte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Paris für die Meinungsfreiheit. Nun fordert er wegen einer Mohammed-Karikatur in einer palästinensischen Zeitung Konsequenzen für den Zeichner.

Es ist noch keinen Monat her, dass sich Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Paris an einem Gedenkmarsch mit führenden Politikern aus aller Welt beteiligte. Nach den islamistischen Anschlägen auf die Redaktion des französischen Satiremagazins "Charlie Hebdo" ging es dabei um internationale Solidarität. Und um Meinungsfreiheit.

Im eigenen Verantwortungsbereich nimmt es Abbas damit offenbar nicht so genau: Wegen einer in der palästinensischen Tageszeitung "Al-Hayat al-Dschadida" abgedruckten Zeichnung, die den Propheten Mohammed darstellen soll, hat der Palästinenserpräsident eine umgehende Untersuchung verlangt. Nach Angaben der palästinensischen Agentur Wafa forderte er die Einleitung von "ernsthaften Maßnahmen, gegen die Person", die für diesen "schweren Fehler" verantwortlich sei.

Die Staatsoberhäupter verschiedener Länder nehmen in Paris an einem Gedenkmarsch nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo teil (Foto: REUTERS/Philippe Wojazer)

Nach dem Anschlag auf "Charlie Hebdo" nahm Abbas am Trauermarsch in Paris teil

Verantwortlich ist der Zeichner Mohammed Sabanneh. In seiner Karikatur ist ein Mann in langem Gewand zu sehen, der auf einer Weltkugel steht. Aus seiner herzförmigen Tasche streut er seine Saat über den Globus. In der oberen Ecke des Bildes stehen die Worte "Prophet Mohammed" auf Englisch und Arabisch.

Sabanneh erklärte auf seiner Facebook-Seite, er habe niemanden verletzen wollen. Die Person in seiner Karikatur stelle nicht den Propheten dar, sondern sei vielmehr "ein Symbol der vom Propheten Mohammed erleuchteten Menschheit", so Sabbanneh, der zu den prominentesten Karikaturisten Palästinas gehört.

"Al-Hayat al-Dschadida" ist schon länger wegen ihrer religionskritischen Haltung bekannt. In ihrer ersten Ausgabe nach dem Anschlag auf "Charlie Hebdo" zeigte sie eine Mohammed-Karikatur auf ihrer Titelseite. Nun druckte die Zeitung Abbas Forderung nach einer Untersuchung gemeinsam mit einer Entschuldigung auf der Titelseite ab. Aktivisten starteten derweil eine Twitter-Kampagne für Sabanneh.

sp/gmf (dpa, rtr)