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Diplomatie

Abbas eröffnet Palästinensische Botschaft beim Vatikan

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat die neue Palästinensische Botschaft beim Vatikan eingeweiht. Seit 2015 pflegen beide Staaten diplomatische Beziehungen. Zuvor hatte ihn Papst Franziskus empfangen.

Am Rande der Zeremonie lobte der Palästinenserpräsident die Anerkennung der staatlichen Unabhängigkeit Palästinas durch den Vatikan. "Ich hoffe, dass sich andere Staaten ein Beispiel am Heiligen Stuhl nehmen", sagte Abbas. Die palästinensische Botschaft nahm ihre Arbeit bereits im Januar vergangenen Jahres auf. Grundlage ist ein Abkommen, das der Vatikan und der Staat Palästina am 26. Juni 2015 unterzeichneten. Botschafter ist der aus Jerusalem stammende orthodoxe Christ Issa Kassissieh.

Israel hatte damals mit Kritik auf die Annäherung zwischen dem Vatikan und Palästina reagiert: Man werde das Abkommen nicht akzeptieren; es sei übereilt und einseitig, hieß es von israelischer Seite.

Abbas sagte anschließend im palästinensischen Fernsehen, beide hätten sich über den Nahost-Friedensprozess, die französische Friedensinitiative und den Kampf gegen Terror unterhalten. Im Vorfeld hieß es, Abbas wolle dem Papst seine Besorgnis über den Plan des designierten US-Präsidenten Donald Trump bekunden, die amerikanische Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen. Laut Abbas könne dies das Ende der Zwei-Staaten-Lösung bedeuten.

Gutes Verhältnis

Die Begegnung zwischen Abbas und Franziskus verlief Beobachtern zufolge herzlich. Beide umarmten sich bei der Verabschiedung. Abbas sprach von einem Signal, "dass der Papst das palästinensische Volk liebt und den Frieden liebt".

Als Gastgeschenk brachte Abbas dem Papst einen Stein des Hügels Golgota mit, auf dem nach der Überlieferung Jesus gekreuzigt wurde. Weiter schenkte er ihm Ikonen mit dem Antlitz Jesu und der Heiligen Familie sowie eine Dokumentation über die Restaurierung der Geburtskirche in Bethlehem und ein Buch über die vatikanisch-palästinensischen Beziehungen. Ein junger Palästinenser in der Delegation überreichte dem Papst zudem ein Fußballtrikot in den palästinensischen Farben.

Franziskus revanchierte sich bei Abbas mit Exemplaren seines Schreibens zur Familie, "Amoris laetitia", und seiner Umwelt-Enzyklika "Laudato si". Auf die Frage des Palästinenserpräsidenten, ob die Werke auch übersetzt seien, sagte der Papst: "Ja, sie sind in Arabisch." Es war die fünfte Begegnung von Abbas und Franziskus. Zuletzt trafen sie sich Mai 2015 anlässlich einer Heiligsprechung von palästinensischen Ordensfrauen in Rom.

Konferenz in Paris

In Frankreich beginnt am Sonntag eine internationale Friedenskonferenz. Dort stehen der festgefahrene Nahost-Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern im Mittelpunkt. Abbas hatte eine Einladung Frankreichs angenommen, ihn später in Paris über die Ergebnisse der Konferenz zu informieren. Wann er dafür in die französische Hauptstadt reist, ist allerdings noch unklar.

cgn/kle (ape, dpa, kna)