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Wirtschaft

Ab in den Keller!

Schon zum dritten Mal in diesem Jahr versetzt Nokia den Weltbörsen einen herben Schlag: Der finnische Mobiltelefonhersteller senkte erneut seine Umsatzerwartungen. Das war aber nicht die einzige Hiobsbotschaft des Tages.

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Nokia-Handys:
Der "Publikumsliebling" lahmt

Nokia rechnet jetzt nur noch mit einem Plus von bis zu 10 Prozent im zweiten Halbjahr. Eigentlich waren 15 Prozent anvisiert. Das sei allerdings immer noch recht optimistisch, schreibt Merrill Lynch-Analyst Adnaan Ahmad. Er erwartet ein Umsatzwachstum von lediglich 4 Prozent. Da kann man ja auf weitere Warnungen aus Finnland gespannt sein.

Technologietitel auf Talfahrt

Den zweiten Tag in Folge gingen nun die Technologietitel in den Keller, nachdem sie bereits am Mittwoch (19. Juni 2002) nach schlechten Prognosen aus den USA eingebrochen waren. Der größte Softwareproduzent Europas, SAP, verlor 5,4 Prozent, sank unter 100 Euro und notierte damit erstmals seit September 2001 nur noch zweistellig. Damit müssen im DAX nur noch für die Aktien der beiden Versicherer, Münchner Rück und Allianz, dreistellige Summen bezahlt werden.

Die Hiobsbotschaften des Tages:

Einen Rekord verzeichnete die Deutsche Telekom, allerdings einen wenig erfreulichen. Die T-Aktie sank auf einen neuen Tiefststand bei 9,34 Euro. Bis Handelsschluss verlor die Aktie 5,3 Prozent an Wert.

Böse traf es auch Infineon mit minus 7,5 Prozent. Gegen den Halbleiterproduzenten ermittelt die US-Justiz wegen angeblicher Preisabsprachen. Führende Halbleiterhersteller sollen versucht haben, kleinere Konkurrenten aus dem Markt zu drängen.

Der DAX sank um 109 Punkte oder 2,5 Prozent auf 4.246 Zähler. Das ganze bei hohen Umsätzen: Am Freitag verfallen Optionen und Futures, sozusagen "Wetten" auf die zukünftige Entwicklung an den Börsen. Da möchte der ein oder andere Investor noch rechtzeitig seine "Schäfchen" ins Trockene bringen. Auch im Nemax50 ging es nach unten. Er verlor 11 Punkte oder 1,8 Prozent auf 639 Zähler.

Größter Verlierer war MLP mit einem Verlust von 8,4 Prozent. Der Finanzdienstleister war bereits in den vergangenen Tagen durch starke Kursschwankungen aufgefallen.

VW: Schlechte Nachrichten aus Brüssel

Die EU-Kommission will das VW-Gesetz überprüfen, mit dem die Stimmrechte bei Volkswagen auf 20 Prozent limitiert werden. Das soll Übernahmen verhindern. Eigentlich müsste ein Ende des Gesetzes und die damit möglichen Übernahmen den Kurs in die Höhe treiben, aber die Anleger ließen die Aktie um 6 Prozent sinken.

Das Minus erklärte Analyst Frank Biller von der Baden-Württembergischen Bank mit der schlechten Verfassung am Automarkt und der Umstellung im DAX, bei der Volkswagen durch den hohen Staatsanteil von 18,6 Prozent an Gewicht verlieren wird.

DAX-Neuordnung steht ins Haus

Zur am Montag (24. Juni 2002) anstehenden Umstellung des DAX sind inzwischen weitere Details bekannt geworden. Ab dann misst sich die Position in diesem Börsenolymp nicht mehr an der gesamten Zahl der Aktien eines Unternehmens, sondern nur noch am so genannten Streubesitz.

Dabei verlieren vor allem Firmen mit wenigen Eignern wie die Allianz, die Deutsche Telekom und BMW. An diesem Donnerstag gaben bereits bei allen drei Werten die Kurse nach. An Gewicht gewinnen werden ab Montag dagegen Siemens und die Deutsche Bank, in Zukunft Nummer eins beziehungsweise Nummer zwei im DAX. An Gewicht legt auch E.on zu. Der Energieversorger ist zusammen mit der Deutschen Bank auch einer der wenigen Werte, die an diesem Tag zulegen konnten.

Rentenmärkte

Die Bundesbank stellte die Umlaufrendite öffentlicher Anleihen bei 4,80 Prozent fest. Der Bund-Future verlor um 0,3 Prozent auf 107,12 Punkte.

Devisenkurse

Nach den Referenzkursen der Europäischen Zentralbank konnte der Euro weiter zulegen. Ein Euro entsprach:

0,9592 US-Dollar,
0,6422 Britische Pfund und
118,68 Japanische Yen.


Die Dax-Kurse im Einzelnen, wie immer in Euro und ohne Gewähr:

Adidas-Salomon 84,00 +0,44
Allianz 194,99 -10,51
BASF 45,00 0,00
Bayer 31,40 -0,50
Bay. HypoVereinsbank 31,60 +0,22
BMW 39,95 -1,47
Commerzbank 16,19 -0,41
DaimlerChrysler 45,73 -1,37
Degussa 35,55 -0,35
Deutsche Bank 69,00 +0,10
Deutsche Post 13,54 -0,31
Deutsche Telekom 9,34 -0,52
E.ON 56,81 +0,31
Epcos 33,51 -1,09
Fresenius Medical Care 49,01 -0,21
Henkel 70,50 -1,96
Infineon Technologies 14,80 -1,20
Linde 49,62 -1,63
Lufthansa 13,92 -0,28
MAN 20,00 -1,12
Metro 30,81 -1,87
MLP 31,14 -2,86
Münchener Rück 217,20 -3,80
Preussag 24,31 -1,71
RWE 38,19 -0,12
SAP 97,95 -5,54
Schering 60,36 -0,04
Siemens 58,68 -0,32
ThyssenKrupp 16,00 -0,50
VW 49,25 -3,14