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Ab die Post!

Schneckenpost, Stille Post, auf dem Posten: Die Post gibt es überall. Schnell und langsam, als Kutsche und als E-Mail, als Geburtstagsüberraschung und als Feldpost. Schon Goethe ist mit ihr gereist.

„Und ab die Post!“ ruft Hanna. Ihr Sohn Paul lacht laut auf und ist aufgeregt. Er sitzt oben auf einer Rutsche und hat ein bisschen Angst. Aber jetzt freut er sich. Seine Mutter hat ihm Mut zugesprochen, und er traut sich endlich zu rutschen. Aber was hat das mit der Post zu tun?

Woher kommt „Post“?

Ein Mann auf einer historischen Postkutsche

Postkutschen waren früher das Transportmittel nicht nur für die Post

Das Wort stammt vom italienischen „posta“, das eine Poststation bezeichnete. Wenn man noch weiter zurückgeht in der Wortgeschichte, kommt man zum lateinischen „posita“, das so viel bedeutet wie „festgelegt“.

Und an festen Orten befanden sich in früheren Zeiten die Stationen, an denen die Pferde der Postkutschen gewechselt wurden. Auch in der Sprache des Militärs findet man den Begriff Posten. Hier bedeutet er, dass Soldaten einen bestimmten Standort einnehmen, dass sie auf dem Posten sind.

Von sicheren, verlorenen und ständigen Posten

Wachen vor dem Buckingham Palace in London

Sie sind immer auf dem Posten und bewachen den Königspalast

Wenn umgangssprachlich davon gesprochen wird, dass jemand immer auf dem Posten ist, dann ist damit gemeint, dass es sich um eine verlässliche Person handelt. Sie ist immer da und weiß in der Regel, was zu tun ist. Sollte sie jedoch mal krank werden und nach ein paar Wochen wieder auf den Beinen stehen, bekommt sie von ihren Freunden oder Arbeitskollegen zu hören: „Na, bist du wieder auf dem Posten?“ Aber mancher, der immer auf dem Posten ist, kann auch auf verlorenem Posten kämpfen. Er führt einen aussichtlosen Kampf, den er ohnehin verlieren wird.

Wer hingegen von einem unsicheren Arbeitsverhältnis ins nächste wechselt und sich mehr Sicherheit wünscht, der strebt nach einem sicheren Posten – er wünscht sich eine gute berufliche Stellung. Pech wiederum hat ein Mensch, der bereits einen guten Arbeitsplatz besitzt, aber nach einigen Jahren seinen Posten verliert. Ihm droht die Arbeitslosigkeit!

Das Posthorn

Ein Kutscher bläst in ein Posthorn

Das alte Posthorn: Vorbild für das Firmenlogo der Deutschen Post

Aber zurück zur Post, die Nachrichten transportiert. Früher tat sie das mit der Kutsche. Diese wurden von Postpferden gezogen, die an Poststationen gewechselt wurden, wenn sie müde waren. Der Postillon, also der Fahrer der Kutsche, hatte ein Posthorn dabei.

Damit kündigte er laut Ankunft und Abfahrt der Postkutsche an. Heute gibt es zwar kein Posthorn mehr, aber dennoch ziert es manche Briefkästen und Filialen der Deutschen Post, – ohne dass noch jemand weiß, welche Bedeutung es einmal hatte.

Die Postchaise des Dichters

Goethe in der Campagne von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Johann_Heinrich_Wilhelm_Tischbein_007.jpg&filetimestamp=20120320092539

"Was für eine Wohltat, mal nicht in der Postchaise zu sitzen", mag sich Goethe gedacht haben

Postkutschen waren aber auch ein wichtiges Reisemittel – bis ins frühe 20. Jahrhundert, als sie von der Bahn abgelöst wurden. Einer der berühmtesten Postkutschenreisenden war der Dichter Johann Wolfgang Goethe. So begann er seine „Italienische Reise“ in einer Postchaise, was damals nichts anderes war als eine vornehme Bezeichnung für eine Postkutsche:

„Früh drei Uhr stahl ich mich aus Karlsbad, weil man mich sonst nicht fortgelassen hätte. Die Gesellschaft, die den achtundzwanzigsten August, meinen Geburtstag, auf eine sehr freundliche Weise feiern mochte, erwarb sich wohl dadurch ein Recht, mich festzuhalten; allein hier war nicht länger zu säumen. Ich warf mich ganz allein, nur einen Mantelsack und Dachsranzen aufpackend, in eine Postchaise und gelangte halb acht Uhr nach Zwota, an einem schönen stillen Nebelmorgen.“

Ri-ra-rutsch!

Eine Posthornschnecke im Wasser

Die Posthornschnecke kommt etwas langsamer voran als eine Postkutsche

Schon damals brauchte die Post gerne einmal etwas länger, um ihr Ziel zu erreichen. Und welches Tier muss immer wieder dafür herhalten, wenn etwas besonders langsam ist? Richtig: die Schnecke. Deswegen nannte man sie gerne auch die Schneckenpost. Dazu gibt es sogar ein kurzes Kinderlied, das der kleine Paul singt, während er die lange Rutsche runterrutscht:

„Ri-ra-rutsch
Wir fahren mit der Kutsch
Wir fahren mit der Schneckenpost
Wo es keinen Pfennig kost‘
Ri-ra-rutsch
Wir fahren mit der Kutsch.“

Wer holt die Post?

Startseite von Facebook

Nachrichten weltweit schnell transportiert – wenn man Strom hat!

Aber verlassen wir die alten Zeiten und betrachten wir das Wort, wie es heute verwendet wird. „Sie haben Post!“ teilt einem zum Beispiel der Computer mit. Damit meint er natürlich eine E-Mail. Das Wort „Post“ wird oft stellvertretend für „Nachricht“, „Brief“ oder Ähnliches benutzt.

Im Büro ist es meist die Aufgabe der Praktikanten oder der Sekretärinnen, für den Chef die Post zu holen – also Briefe und Pakete in der Poststelle in Empfang zu nehmen. Deswegen fragt er gerne: „Ist Post für mich da?“, wenn sie nicht schon auf seinem Schreibtisch liegt.

Die Postfiliale

Symbild: Eine Postbotin hält einem Hund eine Wurst hin.

Vorsicht, diese Postbotin jetzt besser nicht ansprechen!

Wer in der Stadt unterwegs ist und etwas zur Post bringen, Briefmarken kaufen oder ein Paket verschicken möchte, sucht die nächste Postfiliale. In einer fremden Stadt werden Passanten dann gerne verkürzt gefragt: „Entschuldigung, wo ist bitte die nächste Post?“

Seit etwas mehr als zehn Jahren gibt es in Deutschland auch die Packstationen. Die erlauben es, zu jeder Tages- und Nachtzeit Pakete abzuholen und zu verschicken. Was fehlt, ist die Beratung durch einen Postmitarbeiter am Schalter. Wer hier nicht weiß, welches Porto auf seine Postsendung kommt, hat ein Problem.

Flaschenpost und Stille Post

zwei Frauen flüstern einem Mädchen etwas ins Ohr

Stille Post geht ein bisschen anders

Aber nicht alles ändert sich. Es gibt immer noch die Postboten, die morgens die Post austragen oder Postwurfsendungen in die Briefkästen stecken. Damit sie die richtige Person erreichen, muss eins immer korrekt geschrieben sein: die Adresse. Dazu gehört in Deutschland neben dem Namen, der Straße und der Stadt auch die fünfstellige Postleitzahl. Das gilt jedenfalls für die ganz normale Post. Wer lieber eine Flaschenpost verschickt, braucht keine Adresse. Im Gegenteil: Hier ist das Spannende gerade, dass niemand weiß, wen die Post erreichen wird!

Ähnlich spannend ist es, Stille Post zu spielen. Bei diesem Kinderspiel setzen sich alle in einen Kreis und jemand denkt sich ein Wort oder einen kurzen Satz aus. Der wird dem Sitznachbarn ins Ohr geflüstert. So geht es einmal im Kreis herum. Der letzte sagt laut, was bei ihm angekommen ist. Das Ergebnis bringt oft alle zum Lachen!

Die Post im Rohr

Eine Frau hält eine Rohrpost in der Hand

Heute etwas Besonderes: die Rohrpost

Eine alte Form des Nachrichtentransports ist die Rohrpost. Die gibt es heute nur noch in einzelnen Gebäuden. In Rohrpostbüchsen wurden beziehungsweise werden Gegenstände in manchmal sehr langen Rohrpostanlagen automatisch transportiert. Auch heute noch aktuell ist die Feldpost: Solange Soldaten in Armeen im Einsatz sind, erhalten sie auch Briefe aus der Heimat. Die werden zu ihnen ins Feld transportiert und heißen deswegen Feldpost. Bis heute.

Ja, das Postwesen ist kompliziert. Es umfasst viele verschiedene Transportwege und Gesetze und hat sich immer weiterentwickelt. In der jüngeren deutschen Geschichte war die größte Veränderung die Auflösung der Deutschen Bundespost im Jahre 1994. Sie wurde privatisiert und in drei Unternehmen aufgeteilt: Deutsche Post, Deutsche Telekom und Deutsche Postbank.

Paul und die Post, die abgeht

All das aber interessiert den kleinen Paul nicht im Geringsten. Er ist froh, dass die Post abgeht auf seiner Rutsche. So wie früher die Postkutsche ihre schnelle Fahrt begann. Und dann will er nach Hause. Er hat morgen Geburtstag und fragt seine Mutter: „Hab' ich schon Post?“


Fragen zum Text

Wenn jemand mit der Schneckenpost zur Arbeit gekommen ist, dann …
1. ist die Straßenbahn schnell gefahren.
2. hat er sich verspätet.
3. ist er auf einer Nacktschnecke ausgerutscht.

„Hier geht die Post ab!“ ruft Hanna auf einer Party. Sie meint damit, dass …
1. auf der Party richtig gute Stimmung herrscht.
2. der Postbote vor der Tür steht und die Party stört.
3. alle auf eine tolle Nachricht warten.

Der Soldat Martin ist nie auf dem Posten. Er …
1. hält keine Wache.
2. weiß nie genau, worum es gerade geht.
3. hat immer die passende Idee.


Arbeitsauftrag
Bilde mindestens zwei Sätze, in denen jedes der folgenden Worte einmal vorkommt:

Post, Posten, Packstation, Posthorn, Briefkasten, Schneckenpost, Porto, Rohrpost, Stille Post, zur Post bringen.

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