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Afrika

99 Prozent für unabhängigen Südsudan

Die Teilung des Sudan steht bevor: Im Süden sprach sich eine überwältigende Mehrheit für die Trennung vom Norden aus. Auf den bereits ausgezählten Stimmzetteln hatten 99 Prozent der Wähler für die Unabhängigkeit votiert.

Wahlhelfer bei der Auszählung (Foto: AP)

Egal wie die Wahl genau ausgeht: Im Südsudan zeichnet sich ein überwältigendes Votum für einen eigenen Staat aus. Nach der Auszählung von gut 80 Prozent der Stimmen sprachen sich die Wähler auf 99 Prozent aller gültigen Wahlzettel für eine Trennung vom Norden aus. Das teilte die Referendumskommission am Freitag (21.01.2011) mit. Rund vier Millionen Wähler hatten vom 9. Januar an eine Woche lang in einer Volksabstimmung über die Zukunft der bisher teilautonomen Region entschieden.

Das vorläufige Ergebnis der historischen Abstimmung wird voraussichtlich am 30. Januar veröffentlicht. Das endgültige Resultat soll dann im Februar in der sudanesischen Hauptstadt Khartum vorgestellt werden. Die Volksabstimmung gehörte zu den wichtigsten Punkten des Friedensabkommens von 2005, der ein Ende des 21-jährigen Bürgerkriegs zwischen dem arabisch geprägten Norden und dem christlich geprägten Süden markierte.

Appelle an den Nordsudan

Mann bläst Vuvuzela (Foto: AP)

Mit Vuvuzelas für den eigenen Staat

Am Mittwoch hatte der Weltsicherheitsrat den weitgehend friedlichen Verlauf des Referendums gelobt. Das Gremium rief beide Teile des Landes auf, das Ergebnis anzuerkennen. Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle appellierte an die Regierung im Sudan, das Ergebnis anzuerkennen. Der Friedensprozess in dem afrikanischen Land müsse erfolgreich zum Abschluss gebracht werden, sagte er.

Die Wahl war von zahlreichen internationalen Wahlbeobachtern überwacht worden, Zu den prominentesten Beobachtern gehörten Hollywoodstar George Clooney, der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter und der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan. Der deutsche Wahlbeobachter Josef Sayer vom katholischen Hilfswerk Misereor sprach im DW-WORLD.DE-Interview von "einer hervorragenden Organisation". Der Wahlakt sei nach internationalen Standards abgelaufen.

Anhaltende Gewalt an der Grenze

Obwohl die Regierung in Khartum mehrfach versicherte, das Ergebnis des Referendums anzuerkennen, gibt es Sorge über mögliche Gewalttaten. So äußerte der UN-Sicherheitsrat seine Besorgnis über die Lage in der erdölreichen Grenzregion Abyei. Dort war es zuletzt mehrfach zu Gefechten gekommen, bei denen mindestens 30 Menschen getötet wurden. Eine separate Abstimmung in dieser Unruheregion wurde wegen der anhaltenden Ausschreitungen verschoben.

Bei einer Teilung des bisher größten Staates Afrikas verliert der Norden ein Drittel seines Territoriums und etwa zwei Drittel seines Ölreichtums. Rund 80 Prozent des genauen Grenzverlaufs sind noch strittig.

Autor: Martin Muno (dpa, rtr, afp)
Redaktion: Ursula Kissel

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