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Aktuell Afrika

97 Prozent stimmen für al-Sisi

Der haushohe Sieg des ehemaligen Militärchefs bei der ägyptischen Präsidentenwahl kommt nicht unerwartet. Schon kurz nach der Abstimmung zeichnete sich der Trend ab. Jetzt wurden die offiziellen Zahlen veröffentlicht.

Ägyptens früherer starker Mann der Armee, Ex-Feldmarschall Abdel Fattah al-Sisi, ist nun auch offiziell zum Sieger der Präsidentenwahl erklärt worden. Al-Sisi habe 96,9 Prozent der Stimmen erhalten, teilte die Wahlkommission in Kairo mit. Der einzige Mitbewerber bei der dreitägigen Abstimmung in der vergangenen Woche, der Linkspolitiker Hamdien Sabahi, kam demnach auf 3,1 Prozent.

Die Wahlbeteiligung lag bei 47,45 Prozent. Stimmberechtigt waren fast 54 Millionen Ägypter. Und diese geringe Beteiligung wirft einen Schatten auf die Wahl. Hatte al-Sisi sich doch eine Wahlbeteiligung von etwa 80 Prozent erhofft, die Wahllokale waren eigens einen Tag länger offen geblieben.

Wie führt er Ägypten aus der Krise?

In einer Fernsehansprache bedankte sich al-Sisi bei seinen Landsleuten. "Jetzt ist es
Zeit, mit der Arbeit zu beginnen, Ägypten besser zu machen und Stabilität zurückzubringen", meinte er weiter. Der ehemalige Verteidigungsminister galt schon seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi durch die Armee im Juli vergangenen Jahres als der wahre Machthaber im Land. Sein Sieg war auch deshalb erwartet worden, weil die Vertreter der zersplitterten Opposition inhaftiert oder tot sind, oder politisch mundtot gemacht wurden.

Im Wahlkampf hatte al-Sisi vage Reformen angedeutet, um die marode Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, den erlahmten Tourismus wiederzubeleben und das hohe Staatsdefizit zu verringern. In den nächsten vier Jahren wird sich zeigen, wie stabil Ägypten wird.

Der Energiekrise will al-Sisi mit Stromsparlampen begegnen. Und er hofft auf weitere Hilfen aus Saudi-Arabien. Der enge Bündnispartner kündigte bereits unmittbar nach Bekanntgabe des offiziellen Endergebnisses eine internationale Geber-Konferenz für Ägypten an.

Wenig hilfreich für das Land am Nil sind dagegen Negativschlagzeilen wie jüngst die Repressalien gegen den ägyptischen Satiriker Bassem Youssef und das Aus für seine Sendung "Al Bernameg" (Das Programm).

se/qu (afpe, dpa, rtr)

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