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Aktuell Kultur

94. Salzburger Festspiele offiziell eröffnet

Mit einem großen Festakt ist das Hauptprogramm vor der Kulisse der Felsenreitschule offiziell eröffnet worden. Im Fokus des Festivals steht der Erste Weltkrieg. Das Vorprogramm war schon letzte Woche gestartet.

Der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer betonte in seiner feierlichen Ansprache, man müsse Lehren aus der Geschichte ziehen. Frieden sei keine Selbstverständlichkeit, sondern eine permanente Aufgabe. Aggressivem Nationalismus müsse man daher eine klare Absage erteilen.

Auch der als Festredner geladene australische Historiker und Autor Christopher M. Clark mahnte beim feierlichen Festakt in Salzburg vor zahlreichen Gästen aus Politik und Kulturbetrieb zur Besonnenheit und zog Parallelen zur derzeitigen weltpolitischen Lage: "Wir befinden uns - wie die Zeitgenossen des Jahres 1914 - in einer zunehmend gefährlichen, multipolaren Welt, gekennzeichnet durch regionale Krisen." Wenn das Gleichgewicht ins Wanken komme, erhöhe sich das Risiko zu Auseinandersetzungen.

Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer verwies mit zahlreichen Zitaten darauf, wie deutsche Literaten sich vor 100 Jahren vom Krieg mitreißen ließen. Seine Erklärung dafür: "Die Kunst ist auch ein Kind ihrer Zeit." Sie versage, wenn alle anderen versagen und habe Anteil am Gelingen, was allen gelinge. Im diesjährigen Programm der Salzburger Festpiele finden sich zahlreiche Aufführungen mit Weltkriegsbezug. Unter anderem wird das Karl Kraus Epos "Die letzten Tage der Menschheit" auf die Bühne gebracht.

Umfangreiches Programm

Vor seinem Abgang möchte der scheidende Intendant Alexander Pereira noch einmal ein riesiges Programm zeigen. Fünf Opernneuproduktionen sind angesetzt, darunter die Uraufführung "Charlotte Salomon" von Marc-Andre Dalbavie sowie Mozarts "Don Giovanni" und der "Rosenkavalier" von Richard Strauss, dessen 150. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird.

Für 2015 hat die Festspielleitung allerdings aus Kostengründen schon Kürzungen angekündigt. Unter anderem hatte der Noch-Intendant einen Ball etabliert und sich dafür ausgesprochen, nur noch Neuinszenierungen auf die Bühne zu bringen. Die Tanzveranstaltung soll nun abgeschafft werden, außerdem sind nur noch drei Opern-Neuproduktionen jährlich geplant.

Den musikalischen Auftakt der Festspiele bildete bereits in der vergangenen Woche Joseph Haydns "Schöpfung" im Rahmen der "Ouverture spirituelle". Pereira hatte dieses Vorprogramm mit geistlicher Musik nach seinem Amtsantritt 2012 ins Leben gerufen. Bei den 1920 gegründeten Festspielen stehen in diesem Jahr noch bis zum 31. August insgesamt 270 Veranstaltungen an 16 Spielstätten auf dem Programm.

suc/re (dpa)