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Aktuell Amerika

9/11-Angeklagte wieder vor Gericht

Es könnte der größte Terrorprozess der Geschichte werden: Nach mehr als dreijähriger Pause stehen die fünf mutmaßlichen Hauptdrahtzieher der 9/11-Anschläge wieder vor Gericht. Ihnen droht die Todesstrafe.

Der Gruppe um den als Hauptverantwortlichen geltenden Chalid Scheich Mohammed wird unter anderem Mord in 2976 Fällen, Terrorismus und Flugzeugentführung vorgeworfen. Zu den Angeklagten vor dem US-Militärsondergericht in Guantánamo Bay auf Kuba gehört auch Ramzi Binalshibh. Er wohnte in Hamburg zusammen mit Mohammed Atta, dem Anführer der Todespiloten vom 11. September. Einige Angehörige der Opfer der Anschläge vom 11. September 2001 sowie Journalisten und Menschenrechtsaktivisten verfolgen den Prozessauftakt.

"Ich will Märtyrer werden"

Mit dem Beginn des Hauptverfahrens gegen die sogenannten "Guantánamo Five" rechnen viele Experten jedoch erst im nächsten Jahr. In der Zwischenzeit wird es vermutlich eine Serie von Anhörungen geben, die sich um Verfahrensfragen drehen.

Der mutmaßliche Hauptdrahtzieher der 9/11-Anschläge, Chalid Scheich Mohammed, kurz nach seiner Festnahme 2003 (Foto: dapd)

Chalid Scheich Mohammed kurz nach seiner Festnahme 2003

Es gilt auch als möglich, dass sich die Angeklagten selbst schuldig bekennen. Das würde den Prozess verkürzen. In einem vorausgegangenen Verfahren im Jahr 2008 hatte der aus Kuwait stammende Scheich Mohammed erklärt, dass er zum Tode verurteilt werden wolle. "Das ist es, was ich will", sagte er damals dem Militärrichter. "Ich will schon seit langem Märtyrer werden." Diesmal verweigerte er vor dem Gericht allerdings jede Aussage. Die Anwälte der Angeklagten kündigten zudem an, ihre Mandanten würden gegen die Vorwürfe kämpfen.

Welche Beweise sind noch zulässig?

Der Prozess war vor mehr als drei Jahren unterbrochen worden, weil US-Präsident Barack Obama die Fälle vor einem Zivil- statt einem Militärgericht verhandeln lassen wollte. Das scheiterte jedoch am Widerstand des Kongresses. Nun sind neue Militärprozesse in Guantánamo zwar erlaubt, durch brutale Verhörmethoden erzwungene Aussagen wie das Geständnis von Mohammed aber nicht mehr zulässig. Deshalb wird ein erbittertes Tauziehen darüber erwartet, was an Beweisen im Prozess zugelassen werden soll.

rb/nis (afp, dapd, dpa)