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Aktuell Welt

87 Millionen Kinder wachsen in Konfliktgebieten auf

Eine unbeschwerte Kindheit ist der Schlüssel zu einem glücklichen Leben. 87 Millionen Kinder auf der Erde haben diese Chance nicht: Sie leben in Krisenregionen - und erleiden irreparable Schäden.

Syrien, Afghanistan, Somalia, Sudan. Wenn ein Kind in einem dieser oder den vielen anderen Krisenstaaten der Welt aufwächst, hat es mit großer Wahrscheinlichkeit traumatische Erlebnissen hinter sich und Dinge gesehen, die selbst Erwachsene überfordern. Laut UNICEF, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, kennen weltweit 87 Millionen Kinder nichts anderes als Krieg. Sie sind umgeben von Tod und Zerstörung, leben zwischen Bomben und Schusswechseln.

Syrien Straßenszene in Damaskus Spielendes Kind

Fußball spielendes Kind in Damaskus

Diese Erfahrungen haben nach Angaben der UNICEF-Experten extreme Auswirkungen auf die Gesundheit von Jungen und Mädchen. So wirkten sich die traumatischen Erlebnisse negativ auf die Entwicklung des Gehirns aus. Die Kinder würden erheblich in ihrem Wohlbefinden und ihrer Fähigkeit zu lernen beeinträchtigt. "Zusätzlich zu den rein körperlichen Bedrohungen sind die Kinder dem Risiko tiefer emotionaler Narben ausgesetzt", ergänzt Pia Britto, Expertin für frühkindliche Entwicklung.

"Konflikte rauben Sicherheit"

Bei der Geburt hat ein Säugling rund 253 Millionen intakte Gehirnzellen, sogenannte Neuronen. Sie haben das Potenzial, sich in den ersten sieben Lebensjahren rapide zu entwickeln. Im Erwachsenenalter hat sich die Neuronenzahl dann auf etwa eine Milliarde vergrößert.

Damit das jedoch tatsächlich passiert, sollten Kinder von der Mutter gestillt werden, gute Lernmöglichkeiten haben und in einer sicheren Umgebung aufwachsen. Dann könnten sie sich in ganzem Umfang entwickeln und später als Erwachsene ihren Beitrag leisten zur Wirtschaft ihres Landes und zur Gesellschaft, in der sie leben.

"Konflikte rauben Kindern Sicherheit, Familie und Freunde, Spiel und Geborgenheit", sagt Pia Britto. Ein Leben im Krieg oder auf der Flucht sei mit extremem Stress verbunden, der besonders in den ersten sieben Lebensjahren die Vermehrung der Gehirnzellen bremse. Traumatische Erfahrungen könnten, so UNICEF, in Gehirnzellen einen toxischen Schock auslösen mit lebenslangen Konsequenzen für ihre kognitive, soziale und körperliche Entwicklung.

mak/AR (rtr, dpa)