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Nachrichten

8.04.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Knapp vier Wochen nach der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in Japan ist der Nordosten des Landes von einem neuen schweren Erdstoß der Stärke 7,4 erschüttert worden. Die Behörden erließen vorübergehend eine Tsunami-Warnung. Nach jüngsten Angaben kamen mindestens vier Menschen ums Leben, 140 wurden verletzt. Tausende Haushalte sind ohne Wasser und Strom. In dem beim Beben Mitte März zerstörten Atomkomplex Fukushima entstanden nach offiziellen Angaben keine weiteren Schäden. Allerdings trat an mehreren Stellen des Atomkraftwerks Onagawa, 100 Kilometer nördlich von Fukushima, Wasser aus, wie die Betreiberfirma mitteilte. Erhöhte Radioaktivität sei nicht gemessen worden. Im AKW Onagawa und in zwei weiteren Atomkraftwerken fiel die externe Stromversorgung aus. Es liefen Notsysteme zur Kühlung der Reaktoren, hieß es weiter.

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Nach drei Wochen zunehmender Gewalt zwischen militanten Palästinensern im Gazastreifen und Israel haben die radikal-islamische Hamas und andere Palästinenser-Gruppen eine Waffenruhe beschlossen. Vorangegangen waren Gespräche mit arabischen und türkischen Vermittlern, wie Hamas-Vertreter in Gaza-Stadt mitteilten. Am Donnerstag hatte eine aus dem Gazastreifen abgefeuerte Rakete einen Schulbus im Süden Israels getroffen. Ein Junge wurde lebensgefährlich verletzt. Später schlugen nach Rundfunkberichten weitere 45 Raketen, Mörsergranaten und Geschosse in Südisrael ein. Die israelische Armee reagierte mit Panzer- und Luftangriffen auf Ziele im Gazastreifen. Mindestens fünf Menschen wurden getötet.

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Nach Gesprächen mit den verfeindeten Lagern in Libyen hat die türkische Regierung jetzt Einzelheiten ihres Friedensplans für das nordafrikanische Land genannt. Ministerpräsident Tayyip Erdogan erläuterte im türkischen Fernsehen, nach einem Waffenstillstand müssten die Truppen von Machthaber Muammar al-Gaddafi die Belagerung der von Aufständischen kontrollierten Städte beenden und abziehen. Ferner müssten humanitäre Korridore zur Versorgung der Bevölkerung eingerichtet werden. Gesetzesänderungen zur Schaffung einer rechtsstaatlichen Demokratie würden ebenfalls angestrebt. Erdogan will seinen Friedensplan in der kommenden Woche der internationalen Kontaktgruppe in Doha vorlegen, die die politische Reaktion auf die Libyen-Krise koordiniert. - Ein Sprecher der libyschen Rebellen erteilte Gesprächen mit Gaddafi umgehend eine Absage. Gaddafi müsse erst zurücktreten oder Libyen verlassen, bevor es Verhandlungen geben könne.

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Die Bundesregierung kann mit breiter Unterstützung im Parlament für einen Einsatz der Bundeswehr zur Sicherung humanitärer Hilfe in Libyen rechnen. Nach den Fraktionen von CDU/CSU und FDP signalisierten auch SPD und Grüne ihre Zustimmung. Die Opposition sprach zugleich von einer verlogenen Kehrtwende der Bundesregierung in der Libyen-Politik. Dies zeige, dass die deutsche Ablehnung im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen nur vordergründig gewesen sei, sagte der SPD-Verteidigungsexperte Rainer Arnold. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hatte am Donnerstag die Bereitschaft Deutschlands bekräftigt, sich im Fall einer UN-Anfrage an einer Libyen-Mission der Europäischen Union zu beteiligen. Er brachte dafür die so genannten Krisenreaktionskräfte der Europäischen Union ins Gespräch, an denen Deutschland mit 990 Soldaten beteiligt ist.

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Der Bundestag berät über den Stand der Abrüstung weltweit. Anlass ist der Jahresabrüstungsbericht 2010, den Außenminister Guido Westerwelle vorstellt. Die Bundesregierung hat Fortschritte beim Abbau konventioneller Waffen festgestellt. Gewarnt wird zugleich vor der Entwicklung von Nuklearwaffen in Ländern wie dem Iran und Nordkorea. Aus Anlass des 25. Jahrestags der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl debattieren die Abgeordneten anschließend über die Folgerungen aus dem Unglück. Die SPD fordert in einem Antrag, international höchste Sicherheitsstandards für alle noch laufenden Atomkraftwerke sicherzustellen. Die Grünen sprechen sich dafür aus, in Deutschland bis spätestens 2017 auf Atomkraft zu verzichten. Die Linke plädiert für ein Verbot der Kernkraft im Grundgesetz.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden und Osten wolkig mit Auflockerungen und etwas Sonne, vereinzelt kurze Schauer. Im Westen und Süden heiter. Höchstwerte zwischen zwölf und 18 Grad. An den Küsten maximal elf Grad, am Oberrhein und Bodensee bis 20 Grad. Die weiteren Aussichten: Am Samstag freundliches, durchweg trockenes Hochdruck-Wetter mit einigen Wolken im Bergland. Die Höchsttemperaturen reichen von 14 bis 16 Grad.

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