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Aktuell Asien

80 Prozent des chinesischen Grundwassers ist nicht trinkbar

Die Regierung in Peking hat alarmierende Zahlen über die Qualität des Grundwassers im Land veröffentlicht. Besonders schlimm trifft es Gebiete, deren Bevölkerung sowieso schon schlechter dran ist.

Das chinesische Wasserministerium hat in 18 nördlichen Provinzen mehr als 2100 Brunnen getestet. Das niederschmetternde Ergebnis: In keinem einzigen wurde "wirklich sauberes" Wasser gefunden. Rund 32 Prozent der Brunnen klassifizierte die Behörde als "nur für industrielle und landwirtschaftliche Nutzung geeignet".

Vorsichtige Entwarnung für Metropolen

Bei 47 Prozent der überprüften Brunnen sprachen die Tester sogar das Urteil: "Für keinerlei menschlichen Konsum geeignet". Das Grundwasser aus den oberen Erdschichten sei fast flächendeckend mit Ammoniak, Nitrit und Nitrat verseucht. Diese Stoffe sind Bestandteile von Dünger, der in der chinesischen Landwirtschaft in großen Mengen verwendet wird. Der Bericht listet aber auch Schwermetalle und andere Gifte auf.

Unter der schlechten Wasserqualität leiden vor allem Millionen von Bauern und ihre Familien. Sie versorgen ihre Haushalte und Felder mit Grundwasser, das relativ dicht unter der Erdoberfläche fließt. Für größere Metropolen gibt der Bericht des chinesischen Wasserministeriums vorsichtige Entwarnung: Das dort verwendete Wasser werde überwiegend aus tieferen Vorkommen bezogen, die zu 85 Prozent die Qualitätsanforderungen erfüllten.

Greenpeace: "Deutliche Warnung"

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace begrüßte die Untersuchung des Ministeriums grundsätzlich. Es sei gut, dass China das Problem der Grundwasserverschmutzung anerkenne. Jetzt müsse die Regierung das Problem "ernsthaft angehen", forderte die Leiterin der Greenpeace Asia Toxic Campaign, Ada Kong. "Wasserverschmutzung ist in China ein genauso großes Problem wie Luftverschmutzung", sagte sie. Der Ministeriumsreport sei eine "deutliche Warnung" über das Ausmaß der Grundwasserverschmutzung in China.

Zwar habe die chinesische Regierung 2011 einen "Nationalen Grundwasserschutz-Plan" verkündet, so Kong, für den umgerechnet knapp fünf Milliarden Euro vorgesehen seien. Bislang stritten sich aber Wasser- und Umweltschutzministerium über die Rollenverteilung und Verantwortlichkeiten. Und das verhindere die Umsetzung des Programmes. Darüber hinaus forderte die Umweltschützerin auch eine Überprüfung der tiefer liegenden Grundwasservorkommen.

mak/wl (dpa, ap)