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Amerika

8 Milliarden Dollar für Haiti

Knapp drei Monate nach dem schweren Erdbeben in Haiti haben die Teilnehmer der Geberkonferenz in New York mehr als doppelt so viel wie erwartet an Hilfen für den Wiederaufbau von Haiti zugesagt.

Haiti-Geberkonferenz in der UN-Zentrale in New York (Foto: AP)

Haiti-Geberkonferenz in der UN-Zentrale in New York

Noch vor Ende der Geberkonferenz am Mittwoch (31.03.2010) haben die Vereinten Nationen doppelt so viel Geld wie erhofft für das von einem Erdbeben heimgesuchte Haiti gesammelt. Innerhalb der ersten Stunden der Konferenz hatten 16 Nationen und Institutionen 7,81 Milliarden Dollar zugesagt.

Es gehe nicht einfach um Wiederaufbau, sagte Ban Ki Moon in New York zum Auftakt. "Wir müssen ein besseres Haiti schaffen, in dem nicht die meisten Menschen in Armut leben und keine Chance auf Bildung haben. Wir haben einen konkreten Plan für den Wiederaufbau und dieser Plan trägt eine haitianische Handschrift", sagte Ban.

Vier Milliarden Dollar benötigt

Haitis Präsident René Préval sagte, sein Land wolle den Schwerpunkt auf Bildung legen. "Wir wollen ein Land schaffen, in dem niemand ausgeschlossen wird. Die Bildung ist der Schlüssel dazu." Vor dem Beben hätten 25 Prozent der Kinder keine Schule besucht und auch die Bildung der anderen sei oft schlecht gewesen. "Fortschritt ist ohne Bildung nicht denkbar. Wir haben den Traum eines Haiti mit humanistischen Idealen und Bildung und Chancen für alle."

An die Spitze des offiziellen Wiederaufbau-Komitees für Haiti (Interim Haiti Recovery Commission, IHRC) wurde der frühere US-Präsident Bill Clinton berufen. An seiner Seite steht der haitianische Ministerpräsident Jean-Max Bellerive.

Vom Erdbeben zerstörter Straßenzug in Port-au-Prince (Foto: AP)

Vom Erdbeben zerstörter Straßenzug in Port-au-Prince

Bis zu 300.000 Todesopfer durch Erdbeben

Bei dem Erdbeben der Stärke 7,2 am 12. Januar waren in der Region um die Hauptstadt Port-au-Prince nach Angaben der Regierung zwischen 220.000 und 300.000 Menschen ums Leben gekommen. Große Teile der Infrastruktur des ärmsten Staates der westlichen Hemisphäre wurden zerstört, 1,3 Millionen Haitianer wurden obdachlos. Der Sachschaden beläuft sich nach Schätzungen auf 14 Milliarden Dollar.

US-Außenministerin Hillary Clinton kündigte an, ihr Land stelle für den Wiederaufbau Haitis insgesamt 1,15 Milliarden Dollar bereit. Das Geld solle in Landwirtschaft, Gesundheitswesen, Energieversorgung und Verwaltung des Landes investiert werden, sagte Clinton auf der Geberkonferenz. "Sie brauchen Hilfe und wir brauchen Haiti. Menschenschmuggel, ausufernder Drogenhandel, Tuberkulose, Aids - das betrifft zuerst die Menschen in Haiti, aber schnell uns alle", betonte Clinton.

U.S.Außenministerin Hillary Clinton, UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, Haitis Präsident Preval und der Haiti-Beauftragte der UN, Bill Clinton auf der Geber-Konferenz (Foto: AP)

U.S.Außenministerin Hillary Clinton, UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, Haitis Präsident Preval und der Haiti-Beauftragte der UN, Bill Clinton auf der Geber-Konferenz

Die Außenministerin forderte, vor allem die haitianischen Frauen in den Wiederaufbau einzubeziehen: "Ich klinge wie eine kaputte Schallplatte, wenn ich es immer wieder sage, aber Investitionen in die Frauen sind die besten Investitionen, die ein Land machen kann."

Die EU stellt nach Angaben ihrer Außenbeauftragten Catherine Ashton 1,67 Milliarden Dollar für Haiti zur Verfügung. Mit dem Geld sollten in den nächsten 18 Monaten vor allem Straßen und Gebäude gebaut und andere Infrastrukturprojekte verwirklicht werden, sagte Ashton auf der Geberkonferenz.

Bisher 180 Millionen aus Deutschland

Verteilung von Hilfsgütern aus Deutschland (Foto: ASB)

Verteilung von Hilfsgütern aus Deutschland

Deutschland wurde auf der Konferenz durch Beamte des Außen- und des Entwicklungshilfeministeriums vertreten. Die Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Entwicklung, die CSU-Politikerin Dagmar Wöhrl, teilte im Südwestrundfunk mit, Deutschland habe direkt, über die EU und über die Weltbank bislang knapp 180 Millionen Euro für Haiti bereitgestellt. Hinzu kommen Spenden von Bürgern in Millionenhöhe.

Autor: Michael Wehling, Sabine Faber (afp, dpa, rtr)

Redaktion: Dirk Eckert

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