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Nachrichten

7.04.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Unter dem Druck der internationalen Finanzmärkte bittet nach Griechenland und Irland jetzt auch Portugal die Europäische Union um Hilfe. Damit macht das hochverschuldete Land nach wochenlanger Gegenwehr gegen eine Rettungsaktion eine Kehrtwende. Der geschäftsführende Regierungschef José Sócrates sagte in Lissabon in einer Fernsehansprache, die Maßnahme sei "unvermeidbar" gewesen. Die finanzielle Lage habe sich nach der Ablehnung des jüngsten Sparpakets der Minderheitsregierung durch die Opposition Mitte März "dramatisch verschlechtert". Investoren hatten zum Beispiel für zehnjährige Staatsanleihen zuletzt Rekordzinssätze von mehr als 8,7 Prozent verlangt. - EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso sicherte Portugal "schnellstmögliche" Hilfe zu. Im Gegenzug verlange die EU von dem Krisenstaat aber ein striktes Sparprogramm.

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Die Truppen des international anerkannten Präsidenten der Elfenbeinküste, Alassane Ouattara, suchen im Kampf gegen dessen Rivalen Laurent Gbagbo die militärische Entscheidung. Bislang ist es aber nicht gelungen, den abgewählten Staatschef mit Gewalt aus dem Bunker seiner Residenz zu holen, in dem er sich verschanzt hält. Ouattaras Soldaten sollen sich laut Korrespondenten zunächst zurückgezogen haben. Einheiten Frankreichs und der Vereinten Nationen retteten den Botschafter Japans und seine Mitarbeiter per Hubschrauber aus dessen Vertretung in Abidjan, die von Gbagbo-getreuen Milizen angegriffen worden war. --- Die EU gibt Gbagbo die Schuld für das jüngste Blutvergießen in dem Land. Trotz seiner international bestätigten Wahlniederlage weigere sich der ivorische Ex-Präsident, die Macht abzugeben.

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Die Vereinten Nationen fordern einen zumindest vorübergehenden Waffenstillstand in der umkämpften libyschen Stadt Misrata. Notwendig sei ein zeitweiliges Ende der Feindseligkeiten, damit die Menschen sich selbst und ihre Familien in Sicherheit bringen könnten, sagte die UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos in New York. Auch US-Außenministerin Hillary Clinton hatte vom libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi verlangt, die Waffen schweigen zu lassen. In der rund 150 Kilometer östlich von Tripolis gelegenen Stadt Misrata liefern sich Milizen Gaddafis und Kämpfer der Aufständischen seit Tagen heftige Gefechte. Die Front bewegt sich in der Region jeweils um einige Kilometer hin und her. Die Spaltung Libyens in einen von Gaddafi kontrollierten Westen und eine Rebellenzone im Osten verfestigt sich.

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Japans Zentralbank hat zur Unterstützung der von Katastrophen geschundenen Wirtschaft des Landes ein Milliarden-Kreditprogramm aufgelegt. Die gesamte heimische Ökonomie stehe "vor allem auf der Produktionsseite unter starkem Druck", begründete die Bank ihre Entscheidung. Das Programm mit einem Umfang von umgerechnet rund 8,2 Milliarden Euro bietet den Banken insbesondere im Nordosten billige Kredite über ein Jahr an. - Rund einen Monat nach Ausbruch der Atomkatastrophe überlegt die Regierung, den geflohenen Menschen eine kurze Rückkehr in die Sperrzone zu erlauben. Man prüfe gemeinsam mit Experten, wie die Sicherheit zu gewährleisten sei, damit die Menschen an ihren früheren Wohnorten schnell noch Wertgegenstände und andere Dinge herausholen könnten, wurde in Tokio bestätigt. - Im Umkreis von 20 Kilometern um das havarierte Kernkraftwerk Fukushima wurde eine Evakuierungszone eingerichtet. Bewohner die zwischen 20 und 30 Kilometern von der Atomruine entfernt leben, sind aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben.

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Nach der Festnahme des bekannten chinesischen Künstlers und Bürgerrechtlers Ai Weiwei ist erstmals bekannt geworden, was die Gründe für seine Verhaftung sind. Gegen Ai werde wegen "Wirtschaftsverbrechen" ermittelt, hieß es in einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua. Weitere Angaben wurden nicht gemacht. Ais Frau Lu Qing sagte der Nachrichtenagentur AFP, sie habe immer noch keine offizielle Mitteilung zu den Ermittlungen erhalten. Außerdem wisse sie nicht, wo ihr Mann festgehalten werde. Der 53-jährige Künstler war am Sonntag von der Polizei am Flughafen von Peking festgenommen worden, als er ein Flugzeug nach Hongkong besteigen wollte. Er sieht sich wegen seiner Kritik an der kommunistischen Führung der Volksrepublik regelmäßig Repressalien ausgesetzt.

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Das Wetter in Deutschland: In der Südhälfte heiter. Von Norden her zieht ein Wolkenband mit gelegentlichem Regen in Richtung Erzgebirge. Die Höchsttemperaturen erreichen 12 Grad im Nordosten und 25 Grad am Oberrhein.

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