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Aktuell Europa

700 Flüchtlinge bei Kreta gerettet

Der havarierte Frachter "Baris" mit etwa 700 Flüchtlingen an Bord hat die Südküste Kretas erreicht. Er ging vor der Hafenstadt Ierapetra vor Anker. Es ist eine der größten Seerettungsaktion im Mittelmeer.

Einer Fregatte der griechischen Marine ist es gelungen, das manövrierunfähige Schiff "Baris" in den Schlepptau zu nehmen und zur Hafenstadt Ierapetra auf Kreta zu bringen. Die Rettungsaktion wurde durch starken Wind erschwert. Deshalb dauerte es rund 40 Stunden, bis der havarierte Frachter mit etwa 700 Flüchtlingen Ierapetra erreichte. Der etwa 80 Meter lange Frachter fährt unter der Flagge des Inselstaates Kiribati.

Unter den Geretteten gibt es viele Frauen und Kinder. Nach einer ärztlichen Untersuchung sollten die Flüchtlinge vorübergehend in einer Sporthalle untergebracht werden, wie die Stadt Ierapetra mitteilte. Eine schwangere Frau war bereits am Vortag mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus auf Kreta gebracht worden. Die Flüchtlinge stammen nach ersten Erkenntnissen der Küstenwache hauptsächlich aus Syrien und Afghanistan und wollten nach Italien.

Seit Jahren versuchen immer wieder Menschen aus Nordafrika und dem Nahen Osten, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Tausende sind dabei in den vergangenen Jahren ums Leben gekommen. Nach dem Bau eines Zauns an der Landgrenze zwischen Griechenland und der Türkei steuern die Schleuser verstärkt die Ägäis-Inseln an. Da die Schleuser oft kaum seetaugliche Schiffe benutzen, kommt es immer wieder zu schweren Unglücken mit zahlreichen Toten.

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International ertranken alleine dieses Jahr in den europäischen Gewässern mehr als 2.500 Menschen oder gelten als verschollen.

sav/kle (dpa, AFP, ape)

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