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Aktuell Nahost

70 Zivilisten durch Fassbomben getötet

Aktivisten der syrischen Opposition sprechen von mehr als 70 Toten. Machthaber Assad bestreitet den Einsatz dieser grausamen Waffen. Doch nur sein Regime verfügt über Hubschrauber, von denen sie abgeworfen werden.

Häuserruinen nach dem Bombardement am 30. Mai 2015 in Aleppo (Foto: Getty Images/AFP/Z. Al-Rifa)

Der im Osten Aleppos gelegene Stadtteil Al-Schaar nach dem Fassbomben-Angriff

Bei Luftangriffen der Regierungstruppen im Norden Syriens sind nach Angaben von Aktivisten mindestens 71 Zivilisten getötet worden. Aus Hubschraubern der Armee seien Fassbomben über der Ortschaft Al-Bab und dem Osten der Stadt Aleppo abgeworfen worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Zahlreiche weitere Menschen wurden den Angaben zufolge verletzt.

19 Menschen vermisst

In Al-Bab wurden mindestens 59 Menschen getötet, als ein belebter Markt bombardiert wurde, wie der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, sagte. 19 Menschen werden demnach noch vermisst. Sie werden unter den Trümmern zerstörter Gebäude vermutet. Bei dem Angriff auf das Stadtviertel Al-Schaar im Osten von Aleppo wurden den Angaben zufolge mindestens zwölf Menschen getötet, darunter acht Mitglieder einer Familie.

Die Angaben der Beobachtungsstelle, die sich auf ein dichtes Netz von Informanten in Syrien stützt, sind von unabhängiger Seite nicht zu überprüfen. Al-Bab liegt rund 40 Kilometer nordöstlich von Aleppo und wird von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) kontrolliert. Der Osten von Aleppo wird von anderen Rebellengruppen kontrolliert.

Mit Sprengstoff und Metallsplittern gefüllt

Fassbomben sind mit Sprengstoff und Metallsplittern gefüllte Ölfässer, deren Abwurf über bewohntem Gebiet wiederholt von Menschenrechtsgruppen und in einer UN-Resolution verurteilt wurde. Die Bomben werden von Helikoptern abgeworfen. Nur die Truppen des Machthabers Baschar al-Assad verfügen über Hubschrauber. Dennoch bestreitet das Regime in Damaskus, dass seine Truppen Fassbomben einsetzen. Der Bürgerkrieg in Syrien dauert inzwischen mehr als vier Jahre. 220.000 Menschen wurden in dem Konflikt bereits getötet.

IS sprengt Gefängnis in Palmyra

Unterdessen hat die Terrormiliz "Islamischer Staat" nach Angaben der Aktivisten das berüchtigte Gefängnis in der syrischen Oasenstadt Palmyra gesprengt. Die Islamisten hätten einen Großteil des mitten in der Wüste gelegenen Gefängnisses mit Hilfe von Bomben zerstört, die sie zuvor im Inneren des Gebäudes und seiner Umgebung angebracht hätten, berichtete die Beobachtungsstelle. Kämpfer der IS-Miliz hatten Palmyra mit seinen antiken Kunstschätzen vor zehn Tagen unter ihre Kontrolle gebracht. Dessen Gefängnis gilt als Symbol für die Brutalität des syrischen Machthabers Baschar al-Assad und vor allem seines Vaters Hafis al-Assad: Dieser ließ dort ion den 1980er Jahren hunderte Häftlinge töten.

sti/se (afp, dpa)